Erstellt am 27. Oktober 2015, 10:28

von Sonja Pohl

Russische Freunde zu Gast in Baden. "60 Jahre Abzug der sowjetischen Truppen aus Österreich" wurde mit Tafel-Enthüllung und Diskussion begangen.

Gedenktafel. Erzbischof Michail, Bürgermeister Kurt Staska, Präsident Waldimir Jakunin, Präsident Ludwig Scharinger, Botschafter Dmitri Ljubinski, Stadtpfarrer Amadeus Hörschläger und Oleg Atkov (v.l.).  |  NOEN, Sonja Pohl

Am 25. Oktober 1955 verließ - wie im Staatsvertrag vereinbart - der letzte alliierte Soldat Österreich. Die Österreichisch-Russische Freundschaftsgesellschaft (ORFG) und die Russische Gesellschaft für die Freundschaft mit Österreich (ODA) gedachten des 60. Jahrestages daher am Donnerstag gemeinsam mit der Stadtgemeinde Baden und mit Unterstützung des Landes NÖ.

Eine am Bahnhof enthüllte Gedenktafel mit der Aufschrift „Zur Erinnerung an den 60. Jahrestag des im österreichischen Staatsvertrag vereinbarten Abzugs der Sowjetischen Truppen am 25. Oktober 1955 aus der Republik Österreich“ verweist darauf, dass der letzte Soldat vom Bahnhof Baden abreiste.

Hochrangige Gäste bei Gedenkveranstaltung

Zur Enthüllung waren Dmitri Ljubinski, russischer Botschafter in Österreich, Wladimir Iwanowitsch Jakunin, Präsident und Gründer des Weltforums „Dialog der Zivilisationen“, sowie Oleg Atkov, Präsident der Gesellschaft für Freundschaft mit Österreich (ODA), Vizepräsident der Russischen Eisenbahn, und Erzbischof Michail nach Baden gekommen. Gemeinsam mit Stadtpfarrer Amadeus Hörschläger und Bürgermeister Kurt Staska betonte man die Freundschaft, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verbindungen Russlands mit Österreich.

Die intensiven Beziehungen zu Baden beleuchtete Staska, der auf Tourismus-Gäste aus Russland verwies. „In Baden zu Gast waren aber auch immer wieder hochrangige Delegationen wie anlässlich der SALT-Abrüstungsverhandlungen in der Zeit des Kalten Krieges im Parkhotel.“ Eine Fotoausstellung zeigt Raritäten aus dem Jahr 1955, im Haus der Kunst wurde außerdem das Buch „Österreich und die Sowjetunion auf dem Weg zum Staatsvertrag“ von Vladimir Jakuni präsentiert.

Danach folgte eine Kranzniederlegung am Russischen Soldatenfriedhof. Und am Freitag stand schließlich eine hochkarätige Podiumsdiskussion im Casino ganz im Zeichen von „Österreichs Weg zur Neutralität.“ Mit Nationalratsabgeordnetem Josef Cap (SPÖ), dem Kommandanten der Landesverteidigungsakademie Erich Csitkovits, sowie namhaften Wissenschaftlern aus Österreich und Russland.