Erstellt am 07. Dezember 2015, 12:13

von Stefan Jedlicka

Sommer setzte Wald zu. Massive Schäden durch Wassermangel an Schwarzföhren im Badener Stadtwald. Angst vor stärkerem Borkenkäfer-Befall.

Symbolfoto  |  NOEN, Bezirksfeuerwehrkommando Waidhofen an der Thaya

Auffällig viele Schwarzföhren mit braunen Nadeln sind heuer im Badener Stadtwald zu sehen. Grund dafür war der extrem heißt und trockene Sommer, sagt Stadtgartendirektor Gerhard Weber.

Stadtwald leistet wichtigen Beitrag zum Kleinklima

Der rund 200 Hektar große Stadtwald ist Erholungs- und Wandergebiet, er leistet aber auch einen wesentlichen Beitrag zum Kleinklima der Stadt. „Seine Staubfilterwirkung, Luftbefeuchtung und Luftverbesserung tragen gemeinsam mit den über 9.000 Straßen- und Parkbäumen merklich zur hervorragenden Luftgüte Badens bei“, betont Weber.

Nun hätten jedoch sogar die besonders widerstandsfähigen Schwarzföhren unter der Trockenheit der vergangenen Jahre gelitten. „Sie beginnen abzusterben“, so Weber: „Aufgrund des beinahe niederschlagslosen Sommers heuer, musste in den letzten Wochen eine Zuspitzung dieses Trends festgestellt werden.“

Trockener Winter würde Schäden vergrößern

Das wahre Ausmaß des Schadens werde erst nach dem Laubfall erkennbar sein. „Gestaltet sich der kommende Winter ähnlich trocken wie die vergangenen, so werden sich sowohl die Schäden ausweiten, als auch die Borkenkäferpopulation explodieren und für den Fortbestand der Schwarzföhren im Stadtwald ernste Gefahr bestehen“, fürchtet Weber, der deshalb auf Niederschlag hofft.

Unter der Aufsicht zweier führender Experten auf diesem Gebiet, Forstwissenschaftler Herbert Kohlross und dem ehemaligen Leiter des Institutes für Forstökologie, Walter Kilian, wurde begonnen, die abgestorbenen Bäume zu entfernen. „Dabei kann es zu kurzfristigen Sperren einzelner Waldbereiche kommen“, kündigt er an. Die Pflegemaßnahmen seien in wenigen Wochen abgeschlossen.

Ab Jänner werden soegannte Fangbäume aufgelegt, um dem Borkenkäfer, der seine Eier im abgestorbenen Holz ablegt, vermeintliche Brutstätten zu bieten. Nach erfolgter Eiablage, rechtzeitig vor dem Flüggewerden der Käfer, werden diese Bäume entfernt und verbrannt.