Heiligenkreuz

Erstellt am 06. Juli 2016, 14:35

von APA Red

Stift Heiligenkreuz prüft Kloster-Neugründung. Stift Heiligenkreuz überlegt, das ehemalige Kloster Neuzelle in Brandenburg (Deutschland) auf Einladung des Görlitzer Bischofs Wolfgang Ipolt neu zu besiedeln. Abt Maximilian Heim habe vier Mönche damit beauftragt, eine Neugründung vor Ort zu prüfen, berichtete Kathpress am Mittwoch.

Stift Heiligenkreuz  |  NOEN, Stift Heiligenkreuz

Aus Sicht der niederösterreichischen Zisterzienserabtei müssten noch viele Fragen geklärt werden. "Denn wenn, dann soll das ein ordentliches Kloster werden, wo Mönche leben, beten, Choral singen, Gästebetreuung und viel Jugendseelsorge machen können", hielt das Stift fest.

Laut Ipolt werde die Entscheidung erst im Herbst fallen. Er selbst werde Ende Oktober nach Heiligenkreuz kommen und die mögliche Neugründung mit dem Konvent beraten. "Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn es gelingen würde", wurde der Bischof auf Anfrage des Online-Portals "katholisch.de" zitiert.

Wie Kathpress erläuterte, ist die weitgehend erhaltene historische Anlage von Stift Neuzelle bei Frankfurt/Oder das nördlichste Beispiel süddeutschen und böhmischen Barocks in Europa. Gegründet wurde das Kloster im Mittelalter vom Zisterzienserorden. Preußen verstaatlichte die Klosterbauten und dazugehörigen Ländereien im Jahr 1815. Die ehemalige Konventskirche blieb katholisch. Neben Bad Wilsnack ist Neuzelle heute der wichtigste Wallfahrtsort Brandenburgs.

Der Besitz des Klosters ging im 19. Jahrhundert an das staatlich verwaltete Stift Neuzelle über, das 1955 aufgelöst und 1996 als öffentlich-rechtliche Stiftung des Landes Brandenburg wiedergegründet wurde. 1993 startete die Sanierung, 2004 wurden der Klostergarten und die Orangerie nach Rekonstruktion wiedereröffnet. Bekannt ist Neuzelle vor allem für die aus dem 18. Jahrhundert stammenden Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab.

Das 1133 vom Babenberger Markgraf Leopold III., dem Heiligen, gegründete Zisterzienserstift Heiligenkreuz im Wienerwald verzeichnet seit Jahren einen Zulauf an Geistlichen und meldete im Vorjahr mit 91 Konventmitgliedern einen Höchststand seit dem 13. Jahrhundert. Die Abtei, deren "singende Mönche" weltbekannt wurden, beherbergt auch eine Philosophisch-Theologische Hochschule und ein Priesterseminar.