Seibersdorf

Erstellt am 23. August 2016, 05:46

von Stefan Jedlicka

Seibersdorf-Technik im All. Neues Weltraum-Projekt aus dem Bezirk Baden misst Auswirkungen von Strahlung auf Menschen. Es wurde in der internationalen Raumstation ISS installiert.

Der TEPC aus Seibersdorf.  |  Seibersdorf Labor GmbH

Als Partner der Europäischen Weltraumorganisation ESA entwickelt die Seibersdorf Labor GmbH Technologie fürs All. Das jüngste Kooperationsprojekt: Ein in Seibersdorf entwickelter und gebauter Strahlungsdetektor, wurde von Cape Canaveral aus zur Raumstation ISS befördert und erfolgreich installiert.

Die Weltraumaktivitätenunter der Leitung von Peter Beck konzentrieren sich auf Forschung und Entwicklung im Bereich kosmischer Strahlung und deren Einfluss auf Mensch, Technik und Materialien. Das jüngste Projekt befasst sich mit der Messung der Strahlenbelastung des Menschen bei längeren Aufenthalten im Weltraum.

In der internationalen Raumstation installiert

Dafür wurde von den Seibersdorfer Experten den Detektor TEPC entwickelt – mit spezieller Gasfüllung, deren physikalische Eigenschaften jenen des menschlichen Gewebes ähnlich sind. Der TEPC wurde in der internationalen Raumstation ISS installiert. Er übermittelt bereits Daten zur Bodenstation in Toulouse. Beck und sein Team sind für die Analyse verantwortlich.

„Die Forschung auf dem Gebiet der Weltraumstrahlung wird immer wichtiger, weil Anzahl und Dauer von Weltraumflügen seit Jahren deutlich ansteigen“, sagt Beck. „Aufenthalte im All von einem halben Jahr und länger sind Standard geworden. Die Auswirkungen auf den Menschen sind allerdings noch ungenügend erforscht.“

Mehrere Projekte mit Weltraumorganisation

Genaue Daten für Risikoabschätzung und Strahlenschutz sind eine wichtige Voraussetzung für die Planung und letztlich auch das Gelingen weiterer großer Forschungsmissionen im Weltraum, wie etwa bemannter Flüge zu Nachbarplaneten, die mehrere Jahre dauern werden.

In Zukunft soll der TPEC aber auch auf der Erde zum Einsatz kommen. Etwa um die Auswirkungen von Strahlungsfeldern auf Flugpersonal oder medizinisches Personal zu messen.

Vor dem TPEC haben Beck und sein Team bereits an anderen Projekten für die ESA gearbeitet. So wurde mit AVIDOS ein Webservice für das Weltraumwetter-Portal der ESA entwickelt. Es ermöglicht Flugpersonal und Passagieren die Berechnung kosmischer Strahlung für verschiedene Flugrouten.