Erstellt am 12. November 2015, 05:13

von Barbara Zedlacher

Streit über Coreth-Pläne. SPÖ kritisiert Verhalten der Opposition, die großteils gegen diePläne der Firma Coreth gestimmt hat. Lärm und Verkehr sind Kritikpunkte der Bürgerliste.

 |  NOEN, Herzi Pinki/Wikimedi

Aufgrund des Verhaltens der Opposition in der letzten Gemeinderatssitzung zeigt sich die SPÖ erbost: „Wenn purer Populismus über Bürgerbeteiligung gestellt wird, hat sachliche Politik keinen Platz mehr“, kritisiert SP-Stadtchef Wolfgang Kocevar.

Grund des Ärgers: Bezüglich der Erweiterungspläne des Unternehmens Coreth in Unterwaltersdorf gab es Gegenstimmen bzw. Enthaltungen seitens der Opposition. „Die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP haben die Sorgen der Unterwaltersdorfer an den Erweiterungsplänen der Firma Coreth ernst genommen und die Anrainer zum Informationsabend eingeladen“, sagt Kocevar. 25 Bürger waren gekommen, die Firma Coreth hat das Vorhaben erläutert. „Die Bürger waren danach beruhigt bezüglich etwaiger Lärmentwicklungen bzw. Emissionen“, so Kocevar.

„Wir haben mit Absicht die Parteien nicht eingeladen"

„Die Oppositionsparten waren zu diesem Abend nicht eingeladen“, entgegnet FP-Stadtrat Markus Gubik, daher habe sich die FPÖ der Stimme enthalten: „Ohne zu wissen, was die Leute tatsächlich darüber denken, können wir nicht zustimmen.“ „Wir haben mit Absicht die Parteien nicht eingeladen, auch die SPÖ nicht“, betont Kocevar, es sollte ein unpolitischer Abend mit rein fachlicher Diskussion werden. „Dass jetzt nur aus Trotz dagegen gestimmt wurde, weil man nicht geladen war“, versteht der Bürgermeister nicht.

Auch die Bürgerliste ist bezüglich des Informationsabends skeptisch: „Die Anrainer haben unserer Meinung nach zu recht Einspruch gegen die Umwidmung im Betriebsgebiet erhoben. Doch laut Aussage des Bürgermeisters haben sie angeblich nach einer Aussprache mit dem Firmeninhaber ihren Protest zurückgezogen. Nachdem wir aber zu diesen Gesprächen nicht eingeladen waren, hegen wir berechtigte Zweifel an der Darstellung des Bürgermeisters“, sagt dazu Stadtrat René Weiner von der Bürgerliste.

Man sei grundsätzlich für die Ansiedlung und Erweiterung von Betrieben, aber nicht um jeden Preis. „Hier ist mit einer starken Erhöhung des Verkehrsaufkommens und einer erhöhten Lärmbelästigung zu rechnen, und das beinahe mitten im Wohngebiet“, betont Weiner. Die Erweiterung konnte aber trotz Gegenstimmen mehrheitlich abgesegnet werden.