Erstellt am 12. April 2016, 05:14

von Andreas Fussi

Streit um Erhöhungen. Aufschließungs- und Ergänzungsabgaben kosten künftig um 17 Prozent mehr. Auch Eintritt für Aqua Splash erhöht.

 |  NOEN, HERBERT NEUBAUER (APA)

Über das liebe Geld wurde in der jüngsten Gemeinderassitzung heftig debattiert. So sprach sich die FPÖ gegen die Änderung des Einheitssatzes für die Aufschließungs- und Ergänzungsabgaben um 17 Prozent aus und brachte den Abänderungsantrag ein, die Abgaben um 8,2 Prozent zu erhöhen.

FPÖ-Klubobmann Reinhard Langthaler: „Es kann nicht sein, dass im selben Zeitraum wo der Baukostenindex laut Statistik Austria um nur 8 Prozent steigt, die Gemeinde die Gebühren um 17 Prozent erhöht. Auch dürfen zukünftige Häuslbauer nicht für mögliche Versäumnisse in der Vergangenheit zur Kasse gebeten werden.“
 

Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) erklärte, dass der Einheitssatz bereits über einen langen Zeitraum nicht angepasst und vom Rechnungshof angeregt wurde. Wenn das Land eine Erhöhung vorschreibe, liege es in der Autonomie der Gemeinde, eine für sie passende Höhe festzusetzen. „Aber warum nimmt man eine so massive Erhöhung vor und greift dem Häuslbauer tief in die Tasche?“, hinterfragte ÖVP-Klubobmann Marcel Sima. FPÖ und ÖVP stimmten daher gegen die Abgabenerhöhung.

Umstritten war auch die Änderung der Eintrittspreise für das Erlebnisbad Aqua Splash in Traiskirchen. Der Bürgermeister erklärte, dass die Preise zuletzt vor fünf Jahren angepasst wurden. Nun werden die Eintritte um eine Spanne bei Tageskarten von 10 Cent bis 50 Cent erhöht. Diese Erhöhung ist nicht zu gerechtfertigten“, merkte FPÖ-Stadtrat Anton Lojowski an, denn nicht jeder sei „ein Doppelverdiener“. Der derzeitige Eintrittspreis sei mehr als ausreichend, so die FPÖ.

Babler verteidigt die geringfügige Erhöhung

Bürgermeiste Babler entgegnete, dass ohnedies fünf Jahre die Preise nicht angepasst wurden und sich außerdem die steuerliche Situation geändert habe. „Wir sind verpflichtet, unser Steuergeld vernünftig zu verwalten.“ Er erinnert daran, dass sich etliche Gemeinden überhaupt kein Bad leisten können „und wir wollen es unserer Bevölkerung weiterhin garantieren“. Die FPÖ stimmte dennoch gegen die Preiserhöhung.

Gegenüber der NÖN verteidigt Bürgermeister Babler die geringfügige Erhöhung: So verteuerten sich beispielsweise die Tageskarten für Schüler von 1,10 auf 1,20 Euro, der Kindertagespreis von 3,50 auf 3,80 Euro und die Nachmittagskarte von 2,30 auf 2,50 Euro. Das liege sogar unter der Steigerung des Verbraucherpreisindex im selben Zeitraum.

Babler freut sich, dass Traiskirchen „nach wie vor ein sehr günstiges Bad“ sei. Derzeit koste eine Kindersaisonkarte in Traiskirchen für die ganze Sommersaison 57 Euro, in Bad Vöslau 60 Euro, in Baden 63 Euro und im Mödlinger Freibad 72 Euro. „Vor allem im Kinderbereich, der mir persönlich sehr wichtig ist, können wir somit auch weiterhin günstige Eintrittspreise anbieten“, erläutert der Stadtchef.