Erstellt am 24. Dezember 2015, 05:23

von Mathias Schranz

Tourismus in Baden: Plus trotz Russen-Minus. Rückgang bei Gästen aus Russland um rund 30 Prozent, insgesamt trotzdem leichtes Plus bei Übernachtungen.

Die Badener Innenstadt profitiert vom Tourismus, besonders in der Vorweihnachtszeit.  |  NOEN, Schranz

Immerhin: 381.015 Übernachtungen wurden im Tourismusjahr 2014/2015 in Baden verzeichnet, was sich mit einem kleinen Plus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Tourismus-Vorjahr niederschlägt. Und das obwohl rund 30 Prozent weniger Gäste aus Russland kamen. „Die aufgrund der Wirtschaftskrise – Verfall des Rubels gegenüber dem Euro – signifikanten Verluste in Russland konnten durch gute Zahlen vor allem in den Sommermonaten auf dem österreichischen und deutschen Markt kompensiert werden“, erklärt Tourismusdirektor Klaus Lorenz.

Für ÖVP-Tourismusstadträtin Erna Koprax ist klar: „Wir müssen jedoch auch ganz klar zur Kenntnis nehmen, dass der Stadt derzeit Betten in der 4*-Kategorie fehlen. Wir haben mit dem Kongresshaus eine Einrichtung mit internationalem Standard für Tagungen, Konferenzen, Kongresse und Firmen-Veranstaltungen für bis zu 500 Personen. Es fehlt uns jedoch die dafür notwendige Bettenkapazität.“

Wiedereröffnung der Hotels wichtig

Deswegen sei die Wiedereröffnung der beiden Hotels Sacher und Grand Hotel Sauerhof von höchster Wichtigkeit, um auch diese Buchungen für Baden zurückzugewinnen. Für das kommende Jahr kündigt sie an: „Das beste Produkt ist wertlos, wenn es nicht am Markt bekannt ist. Daher liegt der Fokus in den nächsten Monaten in einer effizienten Vermarktung auf allen Ebenen.“

Nicht so rosig sieht die Bürgerliste „Wir Badener“ die Entwicklungen. Stadtrat August Breininger meinte zum Beispiel, die Stadt habe zwar keine Probleme im Gesundheitstourismus, dafür aber im Gewerbetourismus. Das würden auch geschlossene Hotels und geplante Verkäufe beweisen: „Nur mit Mutmachparolen wird es nicht gehen.“ Stadträtin Christine Witty merkte an: „Mit Operetten und dem Kaiser-Thema alleine wird man das nicht schaffen. Das ist ein wunderbares Produkt, das man mitverkaufen kann, die Positionierung darauf alleine ist aber zu wenig.“