Traiskirchen

Erstellt am 27. Juli 2016, 05:26

von NÖN Redaktion

Attacke mit Hacke. Nigerianer wütete in Traiskirchen und konnte erst von der Polizei übermannt werden. Er war stark alkoholisiert.

Alkoholisierter Nigerianer "zuckte" aus.  |  NOEN, Symbolbild

Deutlich einen über den Durst getrunken haben dürfte ein 32-jähriger Nigerianer am 29. April in Traiskirchen. Mit einer Palette Bier habe er sich auf die Straße gesetzt. Zusätzlich zu seinem regelmäßigen Alkoholkonsum soll er regelmäßig Marihuana konsumieren, so auch an diesem Tag.

„Drei Männer haben mich um eine Zigarette angeschnorrt“, erklärte der Angeklagte in seinem Prozess am Landesgericht Wiener Neustadt. Er dürfte sich belästigt gefühlt haben und verlor völlig die Kontrolle. Mit einer Hacke habe er wild um sich geschlagen und sie bedroht, lautet die Anklage. Die drei hätten die Flucht ergriffen. Doch der Angeklagte soll nicht sie weiter verfolgt haben. So zumindest seine Version. Denn der Verfolgte will weder mit anderen unterwegs gewesen sein, noch ihn um Zigaretten gefragt haben.

Diagnose durch Sachverständigen

Am Bahnhof verständigten mehrere Menschen die Polizei, die versuchte, den Angeklagten festzunehmen. Mit gezückter Waffe mussten die Polizisten, wie ein Beamter als Zeuge aussagte, mehrmals fordern, dass der Angeklagte die Hacke niederlegt. Erst nach einiger Zeit tat er das und konnte festgenommen werden. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher wegen versuchter absichtlicher Körperverletzung.

Ein Sachverständiger diagnostizierte, dass der Angeklagte zu impulsiven Handlungen neige und sich der Alkohol darauf auswirke. „Es muss alles getan werden, um ihn vom Alkohol und den Suchtmitteln wegzubringen, er sieht das offenbar selbst ein. Er ist nicht von vorne herein als hoffnungslos zu betrachten“, so der Sachverständige, der eine professionelle stationäre Betreuung empfahl.

Die Anwältin des Nigerianers meinte, der Mann habe einen schlechten Tag gehabt und die Umstände seien entsprechend ungünstig gewesen. Er sei unauffällig und freundlich. Der Schöffensenat folgte dem Rat und ordnete die Einweisung an (nicht rechtskräftig).