Traiskirchen

Erstellt am 25. August 2016, 05:29

von Stefan Jedlicka

Dramatische Rettung. Greifvogel konnte von Spaziergängern befreit werden. Dramatische Operation im Wiener Tierschutzverein.

Die Eule hat durch den Stacheldraht insgesamt vier Löcher im linken Flügel nahe des Schultergelenks erlitten.  |  privat

Ein nicht alltäglicher Patient wurde in der vergangenen Woche in die Tierklinik Traiskirchen eingeliefert. Zwei Passanten hatten eine Waldohreule beim Spazierengehen entdeckt. Das hilflose Tier hatte sich in einem Stacheldrahtzaun verfangen und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Das Paar griff beherzt ein, schnitt das Tier vom Zaun und brachte es umgehend in die Tierklinik.

Dort wurde die Erstversorgung der Eule vorgenommen, ehe sie zur Weiterbehandlung in den Wiener Tierschutzverein gebracht wurde. Ein Röntgen brachte schließlich die genauen Details der Verletzung ans Licht: Die Eule hatte insgesamt vier Löcher im linken Flügel nahe des Schultergelenks. Das Tier wurde umgehend in Narkose gelegt und operiert.

Rettung durch „Mund zu Schnabel-Beatmung“

Besonders dramatisch: Während des Eingriffs setzte die Atmung des Greifvogels aus. Die Tierärztin reagierte sofort und konnte das Tier zum Glück per „Mund zu Schnabel-Beatmung“ wiederbeleben. Nach der Operation wurden der Eule noch Antibiotika und Schmerzmittel verabreicht. Da glücklicherweise keine Knochen beschädigt worden waren, ist die Tierärztin optimistisch, dass das Tier wieder vollständig genesen wird.

Die Waldohreule bleibt noch einige Zeit zur Erholung, Beobachtung und Nachbehandlung im Kleintierhaus des Wiener Tierschutzvereins, ehe sie in die Obhut der Eulen- und Greifvogelstation Haringseeübergeben wird. Waldohreulen gehören zu den gänzlich geschützten Tieren Österreichs und sind in Teilen unserer Heimat stark gefährdet.