Erstellt am 26. April 2016, 05:54

von Andreas Fussi

Drogen-Szene soll im Keim erstickt werden. Messerattacke und Drogenfunde überschatten Besuch des neuen Innenministers. Insgesamt ist Lage in Traiskirchen aber ruhig.

Cheinspektor Kurt Wagner (Kommandant der PI Traiskirchen), Inspektor Manuel Bartl, Inspektor Mario Loserth, Chefinspektor Günther Skrianz (Bezirkspolizeikommando Baden) und Chefinspektor Claudio Faseth (stellvertretender Postenkommandant) im Gespräch mit Innenminister Wolfgang Sobotka.  |  NOEN, Foto: Fussi

Eine Messerattacke vor dem Eingang der Erstaufnahmestelle hat die Frage nach der Kriminalität in Traiskirchen neu aufgeworfen. Aus unbekannten Gründen verletzte ein 16-jähriger afghanischer Asylwerber einen Algerier mit mehreren Stichen. Die Justiz ermittelt wegen der Motive für die Tat, informiert Polizei-Sprecher Raimund Schwaigerlehner. Der junge Afghane befindet sich in Untersuchungshaft in der Justizanstalt Josefstadt.

Neben der Messerattacke kommt es immer wieder zu Drogen-Funden im Lager. Schwaigerlehner erläutert, dass regelmäßig Schwerpunktkontrollen durchgeführt werden. „Bei den letzten zwei Kontrollen machten wir 12 Anzeigen nach dem Suchtgiftmittelgesetz.“ Auch in den Parkanlagen und auf öffentlichen Plätzen in Traiskirchen werde laufend kontrolliert. „Das Ganze soll präventiv wirken. Wir wollen verhindern, dass sich eine Drogenszene in der Stadt bildet“, so Schwaigerlehner. Auch mit der Stadtgemeinde gibt es laufend Gespräche.

Wichtigkeit der Dienststelle Traiskirchen 

In der Betreuungsstelle Ost sind derzeit rund 1.200 Asylwerber untergebracht. „Es ist ruhig herinnen“, weiß Leiter Franz Schabhüttl. Die größte Gruppe waren vor ein paar Tagen Menschen aus Nigeria, mit kurzzeitig 400 Personen. Mit dem plötzlichen Anstieg nigerianischer Asylwerber gab es laut Schabhüttl auch eine Zunahme an Drogen. Das klinge nach Klischee, sei aber Fakt. Sobald man Verdächtiges wahrnehme, werde die Polizei gerufen. Das schärfste Mittel sei die Wegweisung. In Summe sei es aber ruhig, bemerkt Schabhüttl und spricht von ein bis zwei Vorfällen pro Woche.


Die polizeiliche Arbeit im Zusammenhang mit Asylwerbern war auch Thema beim Besuch des neuen Innenministers Wolfgang Sobotka (VP) am Samstag in der Polizeiinspektion Traiskirchen. Sobotka bedankte sich bei den Bediensteten für ihre „hervorragende Arbeit“ auf dieser arbeitsreichen Dienststelle. Besonders imponiere ihm das „psychologische Einfühlungsvermögen“ der Beamten. Sobotka betonte, dass der Kampf gegen den Suchtgifthandel weiterverfolgt werde – eine Gesetzesverschärfung ab Juni werde die Handhabe der Polizei erleichtern, versprach er.

Seitens der Polizei wurde der Besuch des Ministers positiv aufgenommen, berichtet Kommandant Kurt Wagner. „Besonders gefreut hat uns, dass er schon nach drei Tagen nach Traiskirchen gekommen ist.“ Das verdeutliche die Wichtigkeit der Dienststelle. Und Wagner hat auch einen klaren Wunsch an Sobotka: „Eine Verringerung des Belegstandes in der Betreuungsstelle.“