Erstellt am 01. April 2016, 05:24

von Thomas Lenger und Andreas Fussi

Heftige Debatte um Bablers Doppelbezug. Bürgermeister Babler kündigt Auflösung seines Gemeindejobs an, FPÖ kritisiert monatelanges „Körberlgeld“.

FPÖ-Stadtrat Anton Lojowski kritisiert Bablers bisheriges doppeltes Einkommen.  |  NOEN, Foto: Thomas Lenger

Seit 2004 ist Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) hauptberuflich bei der Stadtgemeinde tätig. Sein Aufgabenbereich lag bei der Öffentlichkeitsarbeit und bei der Stabsstelle im Bürgermeisteramt. Als er 2014 das Amt von Fritz Knotzer übernahm, blieb er Gemeindebediensteter. Jetzt kündigte er.

Die FPÖ kritisiert, Babler habe sich so in den letzten zwei Jahren ein „Körberlgeld“ in der Höhe von 100.000 Euro gemacht. Noch vor einer von der FPÖ zu diesem Thema einberufenen Pressekonferenz am Freitag verkündete der Bürgermeister per Aussendung: „Die letzten zwei Jahre hatten es in sich. Diese Doppelbelastung mündete für mich persönlich in einem enormen Arbeitspensum mit fast durchgängiger Sieben-Tage-Woche.

Deshalb habe ich in den letzten Monaten versucht, jemanden zu finden, der vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit und Stadtkommunikation meine ,technischen‘ Arbeiten übernehmen kann.“ Im Stadtrat habe er diese Neuanstellung bereits beschließen, sowie sein Ersuchen um einvernehmliche Auflösung seines Dienstverhältnisses auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung setzen lassen. Über seinen Nachfolger will er nichts verraten. „Die personelle Neubesetzung obliegt noch der Vertraulichkeit des Stadtrates, an die ich mich als Bürgermeister halte“, so Babler.

„Hier gab es nichts zum Aufdecken“

Die FPÖ hingegen will die Angelegenheit ins Rollen gebracht haben und sieht es als „moralisch nicht verantwortungsvoll“ dass Babler als Bürgermeister weiterhin auch Bediensteter der Gemeinde war. „Babler hat neben seiner Bürgermeisterentschädigung auch ein Gehalt für eine 40 Stunden Anstellung kassiert“, so FP-Stadtrat Anton Lojowski. Vom „System Babler“ spricht Nationalrat Christian Höbert, der Babler als „Nadelstreif-Sozialisten“ bezeichnet, „der raffgierig abcasht.“

Der Bürgermeister spricht von „schmutzigem Stil“ der FPÖ. „Ich habe schon vor Monaten angefangen, jemanden zu suchen, der im Bereich Öffentlichkeitsarbeit erfahren ist und diese Aufgabe übernehmen kann. Die FPÖ belügt hier scheinbar die Öffentlichkeit, wenn sie behauptet etwas „aufgedeckt“ zu haben, denn hier gab es nichts zum Aufdecken“, so Babler. Der Bürgermeister in Richtung Lojowski: „Ich hatte insgesamt einen Stundenlohn von 7 bis 9 Euro, Stadtrat Lojowski hingegen ungefähr 450 Euro, wenn ich seine Leistung für die Stadt mit dem Gehalt als Stadtrat vergleiche.“

Rückdeckung bekommt Babler von Altbürgermeister Fritz Knotzer: „Diese FPÖ-Stadtpolitik ist nur darauf ausgerichtet den Andi schlecht zu machen und das Stadtklima zu vergiften. Schon schlimm genug, wenn auf Bundesebene permanent so agiert wird, in Traiskirchen brauchen wir so etwas Gehässiges nicht.“ Babler sei „das Beste, das uns als Bürger der Stadt passieren konnte“, so Knotzer.