Erstellt am 20. April 2016, 05:54

von Stefan Jedlicka

Dealer bot Polizisten fünf Kilo „Gras“ an. Fünffacher Vater wegen Drogenhandels verurteilt. Er hatte verdecktem Ermittler 5,2 Kilo Cannabis zum Kauf angeboten.

 |  NOEN, Symbolbild

Mit einer abenteuerlichen Geschichte wartete ein 46-Jähriger Kosovare am Dienstag am Landesgericht Wiener Neustadt auf. Er war einem verdeckten Ermittler in Kottingbrunn ins Netz gegangen, als er diesem 5,2 Kilo Cannabis angeboten hatte.

Doch der Mann war bei diesem Deal nicht alleine: Ein Arbeitskollege stellte ihm seinen PKW als Bunker-Möglichkeit zur Verfügung und war bei der Übergabe dabei. Beide ahnten nicht, dass die Spezialeinheit Cobra den 46-Jährigen schon ins Visier genommen hatte. Als er das Cannabis übergeben wollte, klickten die Handschellen. Der Komplize beobachtete das Szenario aus 15 Metern Entfernung und fuhr davon.

Die Flucht ergriff er jedoch nicht, sondern stellte sich bei der nächsten Polizeiinspektion. Der 46-jährige, fünffacher Familienvater aus dem Kosovo, erzählte, dass er im Urlaub in seiner Heimat „ein paar Leute kennengelernt“ habe. „Die haben mir gesagt, ich soll mir in Österreich Leute suchen, denen ich die Drogen verkaufe. Sie haben gemeint, dass man davon super leben kann“, so der Angeklagte.

„Kinder sollten stolz auf ihre Eltern sein“

Anfangs habe er sich geweigert und erklärt, dass er mit so etwas nichts zu tun haben möchte. Dann, als sie ihn in Österreich besucht hätten, sei er auf ihr Angebot eingegangen.

„Sie haben fünf Kinder! Was sagen Sie denen jetzt? Der Papa sitzt wegen Drogenhandels?“ redete die zuständige Richterin dem Mann ins Gewissen. „Kinder sollten stolz auf ihre Eltern sein und umgekehrt. Außerdem sind ein paar der Kinder gerade in dem Alter, in dem man für Drogen empfänglich ist. Haben Sie daran schon gedacht?“

Der Zweitangeklagte erzählte, dass sein Sohn demnächst Geburtstag feiere. „In der Ehe sieht es nicht rosig aus, habe ich gelesen und ihr Sohn möchte bestimmt, dass der Papa da ist, wenn er Geburtstag feiert! Was haben Sie sich dabei gedacht?“ appelierte die Richterin auch an das Gewissen des Zweitangeklagten. 20 Monate Haft setzte es für den 46-Jährigen, der bereits vorbestraft war, 15 Monate davon 10 bedingt für den Zweiten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.