Traiskirchen

Erstellt am 05. Juli 2016, 05:09

von Tina Jedlicka

Schlägerei im Bordell?. Drei Männer sollen am 23. Dezember 2014 in einem Freudenhaus im Bezirk in eine Schlägerei verwickelt worden sein: Sie mussten sich am Landesgericht verantworten.

 |  NOEN, BilderBox.com (BilderBox - Erwin Wodicka)

Drei Männer, einer davon Familienvater, sollen wegen des Streits um eine Prostituierte in eine Schlägerei in einem Bordell im Bezirk Baden geraten sein. Einer der Männer soll dabei einen Mann schwer verletzt haben, weshalb der Fall am Landesgericht Wiener Neustadt verhandelt wurde. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wirft dem Hauptangeklagten schwere Körperverletzung, seinen beiden Freunden Raufhandel vor.

Einen Tag vor Weihnachten sollen sich die drei Freunde in einem Freudenhaus im Bezirk getroffen haben, um etwas zu feiern. „Ich habe eingeladen“, sagte der Erstangeklagte, um seine Freunde zu „entschuldigen“, woraufhin die Richterin einwarf, dass das wohl kaum der Familienvater sagen werde.

Angeklagter: „Das hat sich einfach eskaliert“

„Drei Damen sind bei uns gesessen. Sie waren alle sehr hübsch. Ich habe sie eingeladen und das hat wirklich viel gekostet. Auf einmal ist eine der Damen aufgestanden und zu einem anderen Tisch gegangen“, war der Erstangeklagte noch immer verärgert. Der Mann habe sich darüber aufgeregt, da sei ein anderer Mann aufgestanden, mit dem es vorher schon zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen sei und sei zu ihnen herüber gekommen, woraufhin die Situation ein wenig außer Kontrolle geraten sei.

„Der angebliche Geschädigte hat uns vorher schon mit Eiswürfeln beschossen. Ich weiß nicht warum – das ist dann einfach eskaliert“, beklagte der Angeklagte. Die Zweit- und Drittangeklagten wollten von einer Rauferei generell gar nichts bemerkt haben. Besonders unfassbar fanden sie die schwere Verletzung des vermeintlichen Opfers.

„Es gab eine Stoßerei, aber das war alles. Da ist er hingefallen. Aber er ist aufgestanden und wieder weggegangen“, so der Hauptangeklagte weiter.
Dramatisch genug, dass die Polizei gerufen worden war, dürfte die Situation für die Zuschauer jedoch gewesen sein.

Prozess wurde vertagt

„Die Polizei hat ja auch gesehen, dass er nichts gehabt hat. Hätte er sich so am Knie verletzt, hätte man das bemerkt. Wer weiß, was er danach noch alles gemacht hat. Vielleicht hat er sich später verletzt und hängt uns das jetzt an“, klagte der Mann weiter. Ein Sachverständiger attestierte bei dem Opfer einen Knieseitenbandriss.

Die Richterin hörte sich einige Zeugen an, musste den Prozess jedoch vertagen, um noch weitere Zeugen zu hören.