Erstellt am 08. Juni 2016, 05:15

von Andreas Fussi

Sozialdienst im Laden. Bewährungshilfe-Verein „Neustart“ arbeitet heuer mit Sozialmarkt „Der gute Laden“ zusammen. Frau leistete 60 Stunden.

Projektleiter Christopher Käferle mit Sozialdienstleistender Natalie Skwara.  |  NOEN, Foto: Fussi

Der Traiskirchner Sozialmarkt „Guter Laden“ ist heuer erstmals eine Kooperation mit dem Verein „Neustart“ eingegangen. Eine Klientin hatte hier nach einem Urteil wegen Falschaussage statt einer Vorstrafe insgesamt 60 Stunden Sozialdienst abzuleisten.

Für Natalie Skwara (20) war nach der Verurteilung sofort klar, dass sie die Möglichkeit, Sozialdienst zu leisten, annehmen wird – „für meine Zukunft“. Die junge Dame ist in einem Betrieb angestellt und hat seit März an ihrem freien Tag einmal die Woche im Guten Laden ausgeholfen. Schnell habe sie sich eingelebt und alle Arbeiten zur Zufriedenheit von Projektleiter Christopher Käferle erfüllt. Vor kurzem war ihr letzter Arbeitstag im Guten Laden.

„Dass es so gut rennt, hätte ich nicht erwartet“,
Projektleiter Käferle

„Es sind hier super Leute, das Umfeld ist angenehm.“ Sie habe gewusst, dass hier bedürftige Leute günstig einkaufen können. „Ich war schon immer sozial eingestellt. Der Markt ist eine große Unterstützung“, weiß Skwara. Bereits in der Schule hatte sie ein Helfersyndrom und sich für Schulkollegen, die gemobbt wurden, eingesetzt. Der Zusammenhalt wurde in ihrer Familie vorgelebt. Natalie Skwara würde gerne weiter ehrenamtlich im Guten Laden mithelfen, sofern es ihre Zeit erlaubt.

„Dass es so gut rennt, hätte ich nicht erwartet“, streut ihr Projektleiter Käferle Rosen. „Sie hat die Erwartungen übertroffen. Es ist eine sehr gute Zusammenarbeit mit ihr, alle Kunden haben sie sehr gerne.“ Er habe ihr nichts angeschafft, was er nicht auch selber machen würde. Einer neuerlichen Zusammenarbeit mit dem Verein Neustart stehe nichts im Wege, findet er. „Das passt sehr gut in unser Konzept hinein.“

Zum Thema

• Der Verein „Neustart“ arbeitet seit 1957 im Bereich der justiznahen Sozialarbeit, der Straffälligenhilfe (Bewährungshilfe, Haftentlassenenhilfe), Opferhilfe und Prävention.
• Täter sollen mit sozialarbeiterischer Unterstützung wieder in die Gesellschaft integriert werden. Die Erfahrung von „Neustart“ zeigt: Wirkungsvolle Täterarbeit ist der beste Opferschutz.