Erstellt am 22. Juni 2016, 04:00

Trauer um Winzerin. Nachruf / Die Weinhauerin Gisela Ecker ist im 92. Lebensjahr
verstorben. Am 23. Juni wird die Winzerin zu Grabe getragen.

Die Badener Winzerin Gisela Ecker ist im 92. Lebensjahr verstorben.  |  NOEN, Foto: privat

Die Badener Winzerin Gisela Ecker, geborene Krenn, ist am 9. Juni im 92. Lebensjahr verstorben. Viele Jahre hat sie mit ihrem Ehemann Gustav in der Gutenbrunnerstraße einen Heurigen betrieben. Sie war eine Heurigenwirtin mit Leib und Seele, die neben ihrer harten Arbeit auch drei Kinder groß gezogen hat. Ihr Leben war geprägt von Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft und unendlichem Fleiß.

Aufgewachsen ist Gisela Ecker in der kleinen Ortschaft Pril bei Krems an der Donau. Dort erlebte sie mit zwei Geschwistern eine unbeschwerte Kindheit auf dem elterlichen Bauernhof, die mit dem Tod der Mutter im Jahre 1940 abrupt endete, als diese im Alter von 56 Jahren verstarb. Gisela Ecker war damals 15 Jahre alt. Mit Vater und Schwester musste der Betrieb über Wasser gehalten werden, denn ihr Bruder war im Krieg.

Nach dem Krieg verließ Gisela Ecker ihre Heimat, zog nach Baden und heiratete in Jahre 1948 in die Weinhauerfamilie Ecker am Römerberg ein. Bereits um 1950 wurde in der Gutenbrunnerstraße 3 in ganz bescheidenen Verhältnissen das erste Mal ausgesteckt. Oft hat sie erzählt, dass bloß ein paar Gäste aus der Gasse vorbeigekommen sind und so gut wie kein Geschäft ging. Aber bald schon wurde der kleine Heurige ein beliebtes Platzerl in Baden, wo sich Kurgäste, Besucher des Strandbades und viele Stammgäste aus Wien wohlfühlten.

Und stets hat die umsichtige Weinhauerin mit Stolz erfüllt, dass Gäste wie der einstige Bürgermeister Kollmann, Bundeskanzler Fred Sinowatz, Nationalrat Erwin Machunze oder die Schauspielerin Gretl Elb beim gemütlichen Heurigen Ecker vorbeigeschaut haben.

Am Donnerstag, 23. Juni, erfolgt um 15 Uhr am Friedhof St. Helena die feierliche Einsegnung der Verstorben. Danach wird sie zu ihrer letzten Ruhestätte begleitet.