Erstellt am 31. Mai 2016, 05:04

FP-Kassier verurteilt. FPÖ-Funktionär aus dem Triestingtal wegen drei hetzerischer Texte auf seinem Facebook-Profil nicht rechtskräftig verurteilt.

 |  NOEN, APA (Archiv)
„Wenn man sowas Schockierendes liest, dann wü des aussi momentan“, verantwortete sich ein FP-Funktionär aus dem Triestingtal bei seinem Prozess am Landesgericht Wiener Neustadt wegen Verhetzung. Bei Gericht versuchte er, seine Äußerungen zu relativieren.



Eines seiner Original-Zitate bezieht sich darauf, IS-Terroristen könne man nur mit radikalen Maßnahmen begegnen. Mit „und tschüß“ habe er gemeint, dass sie abgeschoben werden sollten. Mit seinem Posting „...und lasst eure Kinder, Enkerl oder Bekannten (Merkl is es ja scheißegal, weil kinderlos) vergewaltigen von den Drecksaffen und Drecksmusln...“, habe er ein wenig übers Ziel hinaus geschossen, aber er habe niemanden aufhetzen wollen, irgendetwas zu tun.

Sein Kind sei von südländischen Typen mit perversen Sprüchen belästigt worden. Und bevor er dieses Posting verfasst habe, habe er über einen sexuellen Übergriff von Ausländern gelesen.

FP-Funktionär: „Wollte die Politik wach rütteln“

Der FP-Funktionär habe mit seinen Postings die Politik wach rütteln wollen. Auch die Juden kamen bei dem Angeklagten nicht ungeschoren davon: „... und wieder produziert das Weltjudentum Tod, Terror, Angst und Verzweiflung – und dann wundern sie sich, wenn Völker Hass auf diese Rasse entwickelt – so wie schon einmal gehabt – vorher 600.000 deutsche Frauen und Kinder verrecken lassen – und dann wieder jammern ihr Drecksbande, wenn ihr eine ‚abbekommt‘ - falls dem überhaupt so war...“

Letzten Teilsatz habe er, so meinte er zum Richter, nicht so gemeint. Sechs Monate bedingt, lautete das nicht rechtskräftige Urteil.
FPÖ-Bezirkschef Peter Gerstner erklärt, dem Funktionär klar gemacht zu haben, dass er in der Öffentlichkeit stehe und so etwas nicht passieren dürfe. Der Mann habe seine Mitgliedschaft bei der FPÖ zurückgelegt und entging so einem Parteiausschluss.