Erstellt am 03. Dezember 2015, 05:03

von Stephanie Pirkfellner

Umfahrung : Bürger entscheiden. Den Allandern wurde die „B210-Spange“ präsentiert und sie sollen darüber abstimmen. Entscheidung wird bindend.

Allands Bürgermeister Ludwig Köck (VP) befürwortet die Umfahrung.  |  NOEN, Foto: Holzinger.Presse

 In der Wienerwaldgemeine gehen weiterhin die Wogen hoch. Im Gemeindeamt wurden am Mittwoch die Bürger zum Thema „Umfahrung Alland, Spange Ost“ informiert. Nach einer kurzen Begrüßung durch VP-Bürgermeister Ludwig Köck konnten sich die Besucher an Schauwänden über das Projekt „B210, Spange Alland“ informieren. VP-Landtagsabgeordneter Christoph Kainz stellte klara: „Ich sehe die heutige Veranstaltung als Beginn eines umfassenden Informationsprozesses, der in einer bindenden Volksbefragung enden wird.“

Planeinsicht noch bis Ende Dezember

Der geschäftsführende VP-Gemeinderat Martin Rapold sieht diese umfassende Bürgerinformation durch Fachleute, wie Straßenbaudirektor Josef Decker, ebenfalls positiv: „Wegen des überaus großen Interesses können die Pläne noch den ganzen Dezember hindurch im Gemeindeamt eingesehen werden. Einige Varianten wurden von Umweltschutz und Naturschutz eingehend überprüft und so wurde die hier gezeigte Trassenführung ausgewählt. Die Spange wird für viele Bewohner Allands Verkehrserleichterungen bringen.“

Erwin Dollensky, Gemeinderat von der Liste Alland gibt sich jedoch wesentlich distanzierter: „Wir opfern Schwechatbach, Mayerling und Allands Osten dem Durchzugsverkehr und zerstören Natur- und Naherholungsraum. Zudem werden die landwirtschaftlich genutzten Flächen im Osten des Ortsgebietes darunter leiden. Wir verspielen für viele Jahre leichtfertig die Chance, wirkliche Verbesserungen zu erwirken – und das nicht nur auf der Achse Baden – St. Pölten.“

Und der geschäftsführende Gemeinderat von der SPÖ/UBA, Klaus Perl, beschwert sich: „Die Veranstaltung hatte keinerlei Mehrwert für die anwesenden Bürger. Die Menschen erwarteten, pro und contra Argumente zu hören und auch selbst ihre Ansichten artikulieren zu können. Solches war aber offenbar nicht erwünscht. Wo die Trasse verlaufen soll, wussten schon 99 Prozent der Anwesenden vorher. Ein großer Teil der Leute ist deshalb nach der dreiminütigen Eröffnungsansprache gleich wieder nach Hause gegangen...“