Erstellt am 04. Juni 2014, 09:56

von Wolfgang Wallner

Viel Wirbel um eine „simulierte“ Messe. Kirche / „Rüffel“ aus der Erzdiözese für Kottingbrunns Pfarrer Walter Reichel: Er wurde zu Kardinal Christoph Schönborn zitiert.

 |  NOEN, Martha Spörck
KOTTINGBRUNN / Ein Vorfall, der sich vor einem Jahr – genau am 2. Juni 2013 – zugetragen hat, schlägt nun kirchenintern hohe Wellen. In Abwesenheit von Pfarrer Walter Reichel, der in Schönau Erstkommunion gefeiert hat, sollen zwei Laien eine Messe „simuliert“ haben – samt Predigt und Sanctus.

Diesen Verstoß gegen das Kirchenrecht hatte ein Messbesucher gleich vor Ort mit „Skandal“ kommentiert und die Kirche prompt verlassen. Und nun neuerlich mit einem Schreiben an Nuntius Peter Stephan Zurbriggen Druck gemacht. „Da ist jemand auf den Zug aufgesprungen, der mit der Ex-Kommunikation von Martha Heizer in Gang gesetzt worden ist“, glaubt Reichel. Die Theologin, Vorsitzende der Plattform „Wir sind Kirche“ war vor kurzem wegen einer Eucharistiefeier im privaten Rahmen mit der härtesten Strafe belegt, die das Kirchenrecht kennt.

„Wir bewegen uns am Boden der Realität und der Legalität“

Reichel selbst spricht von „einem Wortgottesdienst mit Kommunionfeier“, die da im Vorjahr stattgefunden habe. Kardinal Christoph Schönborn, der den Kottingbrunner – wohl auf Aufforderung des Nuntius – zum „Rapport“ nach Wien zitiert hat, wertet die Messfeier in der Pfarre Kottingbrunn als „irreführend“, es sei in „missverständlicher Weise eine Art Hochgebet“ gesprochen worden.

„Die Auffassung habe ich selbstverständlich zur Kenntnis genommen“, sagt Reichel. Der Kottingbrunner Geistliche, der sich auch in der sogenannten Pfarrer-Initiative engagiert, besteht darauf, nichts Verwerfliches getan zu haben: „Wir bewegen uns am Boden der Realität und der Legalität. Aber wie das so ist: Wenn jemand etwas Unerlaubtes sehen will, dann sieht er es eben.“