Erstellt am 16. März 2016, 05:54

von Elfi Holzinger

Von Bayern ins Tal. Pfarrer Josef Failer umrundete nach seiner Priesterweihe beinahe den gesamten Erdball, bis er im Triestingtal landete.

Bruder Josef Failer am »Arbeitsplatz« in der Weissenbacher Pfarrkirche.  |  NOEN, Foto: Holzinger.Presse

WEISSENBACH/FURTH | Einen weiten und nicht immer einfachen Weg nahm Pfarrer Josef Failer, bis er im Triestingtal zwei Pfarren übernahm. Als der kleine Josef im bayrischen Erlingshofen zu ministrieren begann, dachte er wohl nicht daran, dass ihn der liebe Gott einmal auf eine solch weite Reise schicken würde. Und doch sollte es so kommen.

Bruder Failer wuchs in der Tausendseelengemeinde als Ältester mit acht Geschwistern wohlbehütet und sehr gläubig auf. Der stets Mathematik- und physikbegeisterte Josef begann nach der Grundschule dementsprechende Studien und erzielte Bestnoten. Allerdings störte ihn, dass alle Erfindungen zum Guten, aber auch zum Bösen benutzt werden können. Beim Priesteramt hingegen wäre dies nicht der Fall.

Somit war Bruder Failers Berufung, besiegelt. Mit 22 Jahren lernte Failer die Gemeinschaft der Brüder Samariter FLUHM in Ulm kennen und fand hier seinen Platz im Leben. Der FLUHM Orden übersiedelte nach Rom, wo Failer auch seine Studien Philosophie, Theologie und Recht absolvierte.

Neues Weissenbacher Pfarrheim

Danach wurde er von seinem Orden dazu berufen, eine Niederlassung in Deretschin (Weißrussland) aufzubauen. Eine große Herausforderung für einen jungen Priester ohne Russischkenntnisse. Failer erlernte aber rasch die Sprache und konnte Respekt und Vertrauen der Bevölkerung erlangen.

Nach 10 Jahren wurde Bruder Failer auf Geheiß seines Ordens aus Weißrussland abberufen und es verschlug ihn im Jänner 2006 nach Klein-Mariazell, wo er im Stammsitz des FLUHM Ordens den damals erkrankten Pfarrer Rudi Fleck vertrat.

Schließlich übernahm Bruder Josef Failer im September 2007 die Pfarren Weissenbach und Furth, bis im Jahr 2010 ein wenig Unruhe in seine mittlerweile wieder beschauliche Welt einkehrte. Sein Orden gestattete ihm, in seine einstige weißrussische Pfarrgemeinde zurückzukehren. Dies dürfte jedoch der dortigen Regierung ein Dorn im Auge gewesen sein, denn er erhielt keine Aufenthaltsgenehmigung und kehrte ins Triestingtal zurück.

Bruder Josef wird in seinen Pfarren Weissenbach und Furth für seine Weltoffenheit sehr geschätzt. Derzeit freut er sich auf die Fertigstellung des neuen Weissenbacher Pfarrheimes, das am 10. April um 11.00 Uhr von Bischofsvikar Rupert Stadler gesegnet und eröffnet werden wird.