Erstellt am 28. September 2015, 07:53

von Stephanie Pirkfellner

Wendung: Aus für Asylcontainer. In einer Podiumsveranstaltung erklärte Bürgermeisterin Baja-Wendl das überraschende Aus für das umstrittene Containerdorf.

Ortschefin Eva Baja-Wendl hätte nichts gegen die Container gehabt. Foto: Holzinger.Presse  |  NOEN, Dietmar Holzinger
„Containerdorf für Flüchtlinge“. Unter diesem Titel berichtete die NÖN am 9. September über die geplante Unterbringung von 60 Asylwerbern in Containern am Areal des Landesjugendheimes Pottenstein:



Vergangene Woche fand nun in der Raimundhalle ein von der Gemeindeführung veranstalteter Informationsabend zu diesem Thema statt.

Am Podium nahmen SP-Bürgermeisterin Eva Baja-Wendl, Vizebürgermeister Daniel Pongratz (SPÖ), die Direktorin des Landesjugendheimes, Elizabeth Baum-Breuer, Susanne Stokreiter-Strau von der Jugendwohlfahrt Baden sowie Vertreter von Caritas und Samariterbund Platz.

Frenetischer Applaus begleitete die Wendung

Und zum großen Erstaunen der anwesenden rund 280 Pottensteiner teilte Bürgermeisterin Baja–Wendl mit, dass die geplanten Container nicht aufgestellt werden könnten. Die Begründung dafür: der vorgesehene Platz liege in hochwassergefährdetem Gebiet. Nach diesem Paukenschlag reagierte das Publikum mit frenetischem Applaus und Freudenkundgebungen.

Daraufhin erklärte die Bürgermeisterin, dass sie über den regen Besuch sehr froh wäre und trotz der Wendung die Veranstaltung nicht habe absagen wollen. „Ich finde es nämlich sehr gut, wenn wir ihnen trotzdem einige Informationen zum Thema Asylwerber geben, um falsche Gerüchte auszuräumen.“

Also klärten Margarita Piatti und Hristina Dakic von der Caritas die Besucher über das allgemeine Prozedere und die Kosten für das vorläufige Bleiberecht der Asylwerber auf und beantworteten Fragen des Publikums.
Gegen Ende der Veranstaltung schlug die Stimmung zusehends um, denn immer mehr Zuhörer fanden positive Worte zur Flüchtlingsbetreuung.

Baja-Wendl und Pongratz hätten Lösung begrüßt

Bürgermeisterin Baja-Wendl zeigt sich jedoch weiterhin davon überzeugt, dass die Container eigentlich eine gute Sache gewesen wären: „Damit wären uns die Sorgen wegen der Flüchtlingsunterbringung vom Bund abgenommen worden.“ Auch Vize Daniel Pongratz hätte die Container für eine akzeptable Lösung gehalten und weist auf die hohen Kosten für andere Unterbringungsmöglichkeiten hin.

Und Gemeinderätin Eva Schütz (Grüne) gibt zu bedenken: „Ich glaube, dass den Pottensteinern, die da applaudiert haben, gar nicht bewusst ist, dass die Container für die Gemeinde positiv gewesen wären. Pottenstein hätte dadurch keine Unterkünfte bereitstellen müssen und die Asylwerber wären vom Samariterbund betreut worden.“ Und weiter: „Wir werden trotzdem Kriegsflüchtlinge aufnehmen müssen und die Gemeinde wird Quartiere suchen und sich um die Betreuung kümmern müssen. Das wird ein schwieriges Unterfangen.“

FP-Gemeinderat Stefan Zagler kritisiert: „Mich wundert es sehr, dass das Containerdorf seit Tagen in den Medien herumgeisterte, bevor man bemerkte, dass das vorgesehene Grundstück vom Hochwasser bedroht ist. Das hätte man auch schon früher feststellen können.“