Erstellt am 23. Mai 2016, 20:18

von Stefan Jedlicka

"Widmung für Betreutes Wohnen". Stadtrat August Breininger (Bürgerliste) hat Bedenken zum geplanten Bauprojekt hinter der Billa-Filiale.

Stadtrat August Breininger mit Architekt Stefan Bukovac im Garten des Grundstücks Wassergasse 16.  |  NOEN, Sonja Pohl
Rund um das geplante Projekt „Betreutes Wohnen“ auf dem Grundstück Wassergasse 14 hinter der Billa-Filiale hat sich mittlerweile eine Front an Gegnern formiert. Auch Stadtrat August Breininger (Bürgerliste „wir badener“) hat Bedenken, wie er Anrainer Stefan Bukovac bei einem Lokalaugenschein versicherte.

"Ein solches Projekt ist sehr begrüßenswert“

„Gegen Betreutes Wohnen ist selbstverständlich nichts einzuwenden. Im Gegenteil. Ein solches Projekt ist sehr begrüßenswert“, meint Breininger. „Im konkreten Fall geht es aber um die Dimension.“ Um einen zum Teil fünfstöckigen Bau zu ermöglichen, soll der Bebauungsplan geändert werden. „Ich frage: Sind fünf Stockwerke und eine Gebäudehöhe von bis zu 14 Metern wirklich angebracht?“, so Breininger, der selbst die Antwort gibt: „Ich denke, es ist weder im Sinne der beschlossenen Bausperre noch im Sinne der künftigen Bewohner dieser Anlage, noch im Sinne der Anrainer, einen solchen Koloss mitten in der Stadt zu errichten.“ Der Gemeinderat habe „sich schließlich für die Erhaltung der siedlungstypischen Grünstrukturen und damit auch für den Schutz der im Stadtzentrum ohnedies nur spärlich vorhandenen Grünräume ausgesprochen.“

Auch der geplante Verbindungsweg von der Wassergasse zum Josefsplatz über das Grundstück erscheint Breininger „sinn- und funktionslos“, da er derzeit nicht bis zum Josefsplatz durchgängig ist. „Und selbst als durchgängiger Verbindungsweg wäre er nicht unbedingt zu befürworten, da er für die Frequenz der Geschäfte in der Wassergasse/Breyerstraße sicher nicht förderlich, wenn nicht sogar schädlich wäre.“

Bürgermeister Staska entgegnet Kritikern des Wohnprojektes

Das sieht man seitens der Stadtgemeinde anders. Sowohl Baustadtrat Rudolf Gehrer (VP), als auch Baudirektor Michael Madreiter betonten, ein solcher Verbindungsweg sei aus städteplanerischer Sicht wünschenswert. Bürgermeister Kurt Staska (VP) entgegnete den Kritikern des Wohnprojektes bereits: „Wir werden sicher keine Käseglocke über Baden stülpen. Wer das will, schadet der Stadt.“

Breininger appelliert: „Damit die Stadtgemeinde sicher gehen kann, dass in der Wassergasse tatsächlich Betreutes Wohnen entsteht, empfehle ich dringend einen Widmungszusatz, sodass die vom Zubau betroffene Fläche die Widmung ,Bauland-Kerngebiet – Betreutes Wohnen‘ aufweist.“