Erstellt am 13. November 2015, 05:33

von Sandra Sagmeister

"Wir sind Beethoven". Aus einem Baby ist eine junge hübsche Erwachsene geworden: Die "Sinfonietta Baden" Aushängeschild und kulturelles Statement für Baden.

 |  NOEN, zVg

Mit den braven Kurgästen von heute hat er nicht viel gemein: Wild gestikulierend, vor sich hin brummend und in einem verwahrlosten Zustand (ohne Hut): Ludwig van Beethoven, der wohl berühmteste Kurgast Badens. Dass er Baden aber gerne hatte, zeigt, dass er ein Benefizkonzert für die Opfer des Stadtbrandes von 1812 organisierte. Und jetzt springen wir ins Jahr 1995, da gründete Thomas Rösner mit 15 jungen Musikern die Sinfonietta Baden. Im Jubiläumsjahr kehrt er zurück ans Dirigentenpult.

"Ein Spektakel soll es werden"

Am 20. Mai 2016 leitet Rösner Beethovens 9. Symphonie mit der „Ode an die Freude“. Ein schwieriges Unterfangen, wie er anmerkt. Ein Spektakel soll es werden, das auch in den Kurpark übertragen wird. Aber nicht einfach nur ein Konzert, sondern von einer Klangwolke, die sich über ganz Niederösterreich ausbreitet, begleitet. Aufgerufen sind alle Chöre, an diesem Tag sich auf einem beliebigen Platz, überall in Niederösterreich, aufzustellen und in den Kanon der „Ode an die Freude“ einzustimmen; wer nicht singen kann oder mag, der soll sein Radio ans Fenster stellen und laut aufdrehen, das Konzert wird live von ORF NÖ übertragen.

Baden zeige mit diesem Projekt, dass es sich weiter als international anerkannte Beethoven-Destination positionieren möchte. Baden habe aber ein wirkliches Problem mit der Kultur, meint Bürgermeister Kurt Staska (VP) scherzhaft. „Ein Luxusproblem.“ Weil man ein so umfangreiches Kulturprogramm biete – und „ein Zentrum für alle Beethovenfans ist“, wie Kulturstadtrat Hans Hornyik (VP) ergänzt.

„Ich bin gerne Teil dieses Luxusproblems“

Ein eifriger Konsument dieses Luxus ist Gerald Wenzel, Ex-Volksbanken-General und seit 1997 im Sinfonietta-Vorstand: „Ich bin gerne Teil dieses Luxusproblems“, so Wenzel, für den die Sinfonietta ein Repräsentant Badens ist; das Orchester spielt u.a. im Musikverein und bei der Oper Klosterneuburg. Mit an Bord, als Freund und Förderer: Paul Leitenmüller, der Rösner bei der Eröffnung der Römertherme kennenlernte. „Damals stand er mit aufgekrempelter Frackhose im Wasser und dirigierte“, erinnert er sich. Heute sitzt Leitenmüller ebenfalls im Vorstand und möchte das Bestreben Badens – „wir sind Beethoven“ – fördern und publik machen. Deshalb hat er mitgeholfen, die Idee der Klangwolke auf die Beine zu stellen zu vermarkten. Viele starke Partner hat er schon zusammengebracht: das Casino, die Medien, die Badener Wirtschaft und auch die Hotellerie.