Erstellt am 09. November 2015, 08:34

von Barbara Zedlacher

Wirbel bei Grünen in Bad Vöslau: Kasulke tritt aus. Karin Schmid verlässt Gemeinderat und übergibt an Johannes Koprivnikar. Gregor Kasulke wird "wilder" Mandatar.

Karin Schmid: „Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht.“  |  NOEN, Grüne

Nachdem Ernst Tiefengraber vor einiger Zeit sein Mandat zurückgelegt hat, gibt es bei den Grünen in Bad Vöslau neuerlich Personalrochaden zu verzeichnen. Karin Schmid gibt nach nur einem halben Jahr aus privaten Gründen ihren Rücktritt bekannt.

„Ich hab mir die Entscheidung nicht leicht gemacht“, betont sie, aber private Umstände würden es unumgänglich machen. „Ich werde mir nun wieder einen Job suchen und mit der Pflege eines nahen Angehörigen beschäftigt sein“, erklärt die Vöslauerin.

Gregor Kasulke ist aus der Grünen Ortsgruppe zurückgetreten, behält aber sein Mandat im Gemeinderat. Der Ex-Grüne zu seiner Entscheidung: „Ich bin fünf Jahre bei den Grünen gewesen und mit meinem Antritt als Gemeinderat wollte ich eine klare Linie vertreten“, man müsse in dieser Position jede Abstimmung mit seinem eigenen Gewissen und Wissen vertreten können. „Es kann nicht sein, dass die Partei vorgibt, wie jeder einzelne Mandatar abstimmt“, erklärt Kasulke weiter, es habe in letzter Zeit mehrere Punkte gegeben, in denen er mit der Grünen National- und Stadträtin Eva Mückstein nicht einer Meinung gewesen sei.

„Zusammenarbeit mit Kasulke ist unmöglich“

„Es ist bedauerlich, dass Karin Schmid Ende November ihr Mandat zurücklegt“, betont Eva Mückstein. Von Gregor Kasulke ist die Mandatarin jedoch enttäuscht: „Er hat sich weit von den Grünen Positionen entfernt und will sein Mandat dennoch behalten.“ Er sei von den Wählern für Grüne Inhalte gewählt worden, habe sich aber zunehmend von diesen entfernt, sodass eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich sei, so Mückstein. „Er vertritt zum Beispiel die Meinung, dass das von der WHO als sehr wahrscheinlich krebserregend eingestufte Pflanzengift Glyphosat gar nicht gefährlich ist. Einen von den Grünen geplanten Antrag zum Verbot von Glyphosat wollte er nicht mittragen. Das ist nur ein Beispiel von vielen, das die Zusammenarbeit unmöglich macht“, betont Mückstein, „wir fordern Gregor Kasulke auf, konsequent zu sein und das Mandat zurückzugeben.“

„Bezüglich der Causa, dass Mückstein und Tiefengraber den von der Liste Flammer angebotenen Verkehrsstadtrat nicht annehmen wollten, war ich enttäuscht“, hält Kasulke dagegen, man hätte es zumindest probieren sollen. „Ich bin für ein offenes Abwiegen der Standpunkte“, sagt Kasulke weiter, „das hat mir immer gefehlt. Genauso bin ich in der Flüchtlingshilfe sehr aktiv und biete Computerkurse an“, da habe er sich seitens der Grünen auch ein bisschen allein gelassen gefühlt. Und er stellt klar: „Eva Mückstein kennt die Verfassung, ich wurde demokratisch auf den sechsten Platz gewählt.“

Das Mandat von Schmid wird Professor Johannes Koprivnikar übernehmen, der u.a. stellvertretender Chefredakteur und Leiter des Wirtschaftsressorts einer Wochenzeitschrift war.