Erstellt am 04. Januar 2016, 10:10

Wohin mit dem Atommüll?. Künftiges Atommüll- Endlager ist mit 21 Millionen Euro dotiert. Ultimatum bis 2030.

 |  NOEN, APA

21 Millionen Euro hat die Nuclear Engineering Seibersdorf GmbH (NES) bisher von österreichischen Krankenhäusern, Industriebetrieben und Forschungseinrichtungen zur Finanzierung einer künftigen Endlagerstätte radioaktiver Abfälle eingenommen.

Dieses sogenannte „Vorsorgeentgelt“ müssen die Erzeuger in Seibersdorf bei Übergabe des von ihnen produzierten Strahlungsmülls zusätzlich zu den Kosten für die Abfallaufbereitung entrichten. Die NES leitet die Beträge an das Umweltministerium weiter, wo sie auf ein dafür vorgesehenes Rücklagekonto eingezahlt werden.

Diese wirtschaftlichen Angaben zur Lagerung des radioaktiven Abfalls in Österreich machte Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) in Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des Nationalratsabgeordneten Werner Neubauer von der FPÖ. In den vergangenen Jahren haben Medizin, Industrie und Forschung in Österreich jedes Jahr zwischen 10 und 20 Tonnen nuklear verseuchtes Material produziert.

Gesamtkapazität bei 15.000 Fässern

Darüber hinaus fällt bei den gerade laufenden Rückbauarbeiten alter Forschungsanlagen in Seibersdorf weiterer radioaktiver Abfall an. „Die Menge an Rohabfall liegt hier in der Größenordnung von etwa 100 Tonnen pro Jahr“, teilt Rupprechter mit.

Für die NES – sie ist eine Tochtergesellschaft des Austrian Institute of Technology (AIT) – tickt die Uhr. Wie die EU-Strahlenschutzrichtlinie vorschreibt, muss bis spätestens Ende 2045 eine Endlagerstätte für den radioaktiven Müll gefunden werden.

Die Gemeinde Seibersdorf hat dem Bund ein Ultimatum gesetzt und will das verstrahlte Material schon im Jahr 2030 entfernt wissen. Zurzeit lagern auf dem Gelände mehr als 11.000 Fässer, die mit schwach-radioaktivem Abfall gefüllt sind. Die Gesamtkapazität des Areals liegt bei 15.000 Fässern.