Erstellt am 02. Juni 2016, 05:25

von Sandra Sagmeister

Zeitgeist landet in Baden. Im 13. Jahr seines Bestehens wechselt das Festival „more ohr less“ (2. bis 7. Juni) seinen Standort von Lunz am See nach Baden am Teich – auf die Seebühne im Doblhoffpark.

2. rechte Hand: Rosa Roedelius - sie zeigt auch eine Installation im Seerosenteich im Doblhoffpark.  |  NOEN, Sagmeister

„Das Festival der besonderen Art „more ohr less“ begibt sich auf Wanderschaft und kommt von Lunz am See nach Baden“, das ist die wichtigste Botschaft des Pressefrühstücks vergangene Woche. Kulturamtsleiter Gerd Ramacher, Kulturstadtrat Hans Hornyik und Festivalgründer Joachim Roedelius resümierten, wie es zu dieser besonderen Wanderschaft kam.

Für Hornyik steht vor allem im Vordergrund, dass auf traditionellem kulturellen Badener Pflaster ein wenig Zeitgeist zu hören sein wird: „Wir kommen im Heute an“, freut sich Hornyik. Für die Familie Roedelius, die das Festival gemeinsam ausrichtet, ist vor allem die Tatsache erleichternd, dass „wir nicht mehr mit Haushalt und Technik von Baden nach Lunz auswandern müssen“, so Joachim Roedelius.

Von Besucherzahlen erwartet man sich einiges

Er ist der Kopf der Familie und des Festivals, der vier linke und rechte Hände neben sich hat – die seiner Frau Christine und die seiner Tochter Rosa, die sehr froh sind „das wir mit unserem Festival nicht heimatlos geworden sind.“ Für den Gründervater ist es ein herrliches Gefühl „in Baden zu sein, vieles wird einfacher.“ Und Ramacher ergänzt, wie es zu dieser spontanen neuen Zusammenarbeit kam: Aus einer zarten Berührung wurde eine feste Umarmung mit einer gesamten Verlegung von „MOL“: „Ein größeres Geschenk können wir nicht von einem Kulturpreisträger erwarten“, schätzt Ramacher den neuen Kulturhotspot in Baden zu haben.

„Begonnen haben die Gespräche mit Joachim Roedelius mit zwei Konzerten auf der Seebühne im Doblhoffpark. Und jetzt haben wir die unterschiedlichsten Programmpunkte von more ohr less in der Gänze.“ Auch von den Besucherzahlen erwartet man sich einiges, „unser Publikum kam großteils aus Wien und jetzt haben die nicht mehr so weit“, so Roedelius, dessen Musiker und Vortragende aber aus der ganzen Welt kommen. Das 13. „more ohr less“ mit dem Jahresthema „Wandel - Transformation“ findet somit heuer erstmals im Rahmen des NÖ Gartensommers an acht Standorten (bei Regen ist alles indoor) statt.

Eröffnet wird das Festival von dem bekannten Medienwissenschafter aus Köln, Mischa Kuball. Nur eines bleibt gleich, der Bezug zum Wasser: War das Festival bis dato auf der Seebühne in Lunz am See zu sehen und zu hören, wird es nun auch auf einer Seebühne stattfinden, nämlich auf der im Doblhoffpark, die im Zuge des Gartensommers aufgebaut wird und somit doppelt genützt werden kann.   www.more-ohr-less.com

Roedelius Zellen

„More O(h)r Less“ gibt es auch im Kunstverein, wo am Samstag, 4. Juni (ab 10 Uhr) „The Roedelius Cells“ mit einer Textperformance von Michou Friesz statt findet.

10 bis 12 und 14.30-18 Uhr: Klanginstallation „Roedelius Cells“ von Tim Story Music (USA)

22.30 Uhr: Textperformance Michou Friesz, sie spricht Texte von Joachim Roedelius begleitet von Joachim Roedelius am Klavier

Die Roedelius-Zellen sind eine Klanginstallation, komponiert von Tim Story