Erstellt am 20. Oktober 2016, 13:26

Nationalpark Donau-Auen wächst um 277 Hektar. Zum zwanzigjährigen Jubiläum wird das Naturschutzgebiet Donau-Auen um 277 Hektar erweitert, verkündeten Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ), Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) und Umwelt- und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Bisher umfasste das Areal mehr als 9.300 Hektar.

Carl und Maximilian Abensperg-Traun, Nationalparkdirektor Mag. Carl Manzano, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Bundesminister DI Andrä Rupprechter, Bürgermeister Dr. Michael Häupl.  |  NLK Johann Pfeiffer, NLK Johann Pfeiffer

In der Petroneller Au werden im Rahmen der Zukunftsstrategie und Weiterentwicklung durch einen Vertragsabschluss mit dem privaten Grundbesitzer Abensperg-Traun 260 Hektar in das Schutzgebiet einbezogen. Zusätzlich bringt die Stadt Wien in Fischamend 17 Hektar ein. Das Gebiet liegt direkt im Anschluss an das Revier Mannswörth, das von der MA 49 verwaltet wird. Für zusätzliche 140 Hektar wurde ein Kooperationsvertrag für eine forstliche Außernutzungsstellung vereinbart.

Staatsvertrag 1996 unterzeichnet

"Petronell steht seit der Planungsphase im Fokus", erläutere Nationalparkdirektor Carl Manzano. Anfänglich hätte es Zweifel über die Konstruktion einer "Familie mit drei Eltern" gegeben, die sich nicht nur zerstreut haben, sondern sogar eine Aufwertung und Erweiterung erfahren. "Wir haben in Österreich etwas geschaffen, auf das wir stolz sein können", meinte Häupl. Amtskollege Pröll verwies auf die "geopolitische Lage" des Schutzgebietes und lobte die Zusammenarbeit aller Beteiligten über alle Unterschiede hinweg. Beide Politiker zählen zu den "Gründervätern" des Nationalparks vor 20 Jahren.

 Am 27. Oktober 1996 hatten die Republik Österreich und die Bundesländer Wien und Niederösterreich am Schlossberg Hainburg den Staatsvertrag zur Errichtung und Erhaltung des Nationalparks Donau-Auen unterzeichnet. Im Zuge von Gewässeranbindungen, Uferrückbauten, nichtkommerziellen Nutzung des Waldes, einer Gebietsberuhigung und Artenschutzprogrammen wurden seither Lebensräume sowie Flora und Fauna bewahrt und gefördert. Dafür hatte - eigenen Angaben zufolge - unter anderem der damalige Student Andrä Rupprechter vor dreißig Jahren an Ort und Stelle gekämpft.

Auenlandschaft schützt freie Donau-Fließstrecke

Nach dem jahrelangen, intensiven Konflikt um eine mögliche wirtschaftliche Erschließung - etwa durch ein Kraftwerk Hainburg - wurde der Auwald zum "Nationalpark Donau-Auen". Rund 65 Prozent bestehen derzeit aus Auwald-, 15 Prozent sind Wiesen- und circa ein Fünftel Wasserflächen. Erweiterungen waren von Beginn an ausdrücklich vorgesehen. Das Publikum entdeckte durch beliebte Programme und Besuchereinrichtungen hautnah Öko-Tourismus vor der Haustüre.

Die letzte große Auenlandschaft Mitteleuropas auf mehr als 36 Kilometern Länge, die bis vor die Tore von Bratislava reicht, schützt eine der letzten freien Fließstrecken der Donau. Eine große Herausforderung bleibt deren laufende Eintiefung.

Der Umweltdachverband sprach am Donnerstag in einer Aussendung vom "besten Geburtstagsgeschenk" und regte eine Weitentwicklung der Dachorganisation Nationalparks Austria an.