Erstellt am 03. Februar 2016, 05:33

von Ines Garherr

Anonyme Initiative gegen Asyl-Quartier. "Mia fia uns" veranstaltete erste Kundgebung. Bürgermeister Wimmer präsentierte Informationen zum Containerdorf.

Bernhard Skaumal hielt bei der Kundgebung von „Mia fia uns“ einen Gastvortrag.  |  NOEN, Garherr

Die Möglichkeit eines Flüchtlingslagers auf Boden des Bundesheeres versetzt die Region in Aufruhr. Bis dato wurde die Öffentlichkeit lediglich über die Medien informiert. Nun bildete sich in Götzendorf eine überparteiliche Bürgerinitiative, die Aufklärung fordert.

Die Initiative nennt sich „Mia fia uns“. Namentlich dazu stehen wollen ihre Begründer bislang nicht. Sie würden sich von einer Äußerung gegen das Flüchtlingsquartier Nachteile erwarten. In der Facebook-Gruppe von „Mia fia uns“ tritt jedenfalls die Verlobte von FP-Vizebürgermeister Bernhard Skaumal als Administratorin auf. Diese Gruppe hat bereits über 600 Mitglieder.

FP-Chef Skaumal als einziger „Gastredner“

Eine erste Kundgebung veranstaltete die Initiative am Mittwoch. Werbung wurde keine gemacht. Laut Skaumal, der als Gastredner alleine den Vortrag bei der Veranstaltung hielt, seien die Kapazitäten des großen Saales im Gasthof Paus der Grund dafür gewesen: Maximal 300 Menschen seien zugelassen, man wollte niemanden wegschicken. Schließlich kamen über 200 Menschen. Skaumal gab sich dort betont heimatbezogen. Probleme würden etwa durch die Perspektivlosigkeit der Flüchtlinge, die zu schwach besetzte Polizei und die möglichen Belästigungen durch Asylwerber aufkommen.

Die großen Fragen von „Mia fia uns“ zielen darauf ab, ob tatsächlich ein Lager gebaut wird, wie dieses finanziert werden würde und welche Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden würden. Man setze sich dafür ein, dass Bürger in betroffenen Gemeinden zeitgerecht informiert werden. Interessenten konnten einen Antrag unterschreiben, womit Parteien in den Gemeinden Götzendorf, Sommerein, Hof, Mannersdorf und Trautmannsdorf aufgefordert werden, eine Stellungnahme zum Thema abzugeben.

Gerüchte seien falsch

VP-Bürgermeister Kurt Wimmer, der ohne Einladung zur Veranstaltung erschien, präsentierte dort neue Informationen, die er vom Innenministerium erhalten habe. „Das Containerdorf kommt nur, wenn Niederösterreich die Quote nicht erfüllt. Zurzeit wird sie erfüllt“, erklärte er. Gerüchte, dass am ehemaligen Rübenlagerplatz zwischen Mannersdorf und Götzendorf bereits Arbeiten vorgenommen wurden, seien falsch.

Maximal würden 150 Asylwerber und 80 Container am Rübenplatz unterkommen. Es würde ein Durchgangslager werden, wo Menschen für zwei bis drei Monate bleiben. Für die Finanzierung sorge der Bund. Die Flüchtlinge hätten kontrollierten Ausgang, Sicherheitspersonal sei an Ort und Stelle, die umliegende Exekutive würde verstärkt. Wimmer selbst sprach sich gegen ein Containerdorf aus. Besser sei es, die Infrastruktur in der Kaserne zu nutzen. Vom Innenministerium gibt es dazu wenige Informationen. Lediglich: „Es gibt derzeit keine Umsetzungsperspektive“, so Sprecher Karl-Heinz Grundböck.

Auf Anfrage der SP gab die Gemeinde kürzlich eine Aussendung zum Thema heraus.