Erstellt am 07. Oktober 2015, 05:12

von Adalbert Mraz

Carnuntum will Welterbe werden. Archäologischer Park strebt UNESCO-Titel an. Vorhaben sorgte für Unmut bei Ortsentwicklung in Bad Deutsch Altenburg.

Archäologischer Park »Welterbe Region Carnuntum«  |  NOEN, Adalbert Mraz

die Voraussetzungen für die Einreichung um den Titel Welterbe auszuarbeiten. Ich bin zuversichtlich, dass wir diesen Titel von der UNESCO verliehen bekommen werden“, erläutert Franz Humer, wissenschaftlicher Leiter im Archäologischen Park Carnuntum. Ein wesentliches formales Element sei dabei das gute Einvernehmen mit den betroffenen Gemeinden.

In diesem Zusammenhang entstanden jedoch leichte Unstimmigkeiten mit Bad Deutsch Altenburg. Denn der Marktgemeinde stehen nur mehr rund 60 Bauparzellen zur Verfügung, diese werden für eine weitere Entwicklung aufgrund der vorhandenen Nachfrage mittelfristig als zu gering eingeschätzt. Bereits in der vergangenen Ortsregierungsperiode hat die Gemeinde Ziviltechniker beauftragt, für den Kurort ein bauliches Entwicklungskonzept zu erstellen. Die Gegebenheiten lassen eine taugliche Ausbreitungsmöglichkeit für die Wohnraum-Flächenschaffung nur in Richtung Süden zu.
 

„Weltkulturerbe Region Carnuntum“

Beauftragt wurde die Erstellung eines Konzeptes, welches die Basis für Flächenwidmung und Bebauungsplan, vorerst einmal der kommenden zehn Jahre, bilden solle. Dem kam aber das Projekt des archäologischen Parks dazwischen, denn das Gebiet rund um Bad Deutsch Altenburg gilt auch aus archäologischer Sicht im Zusammenhang mit der Schaffung des „Weltkulturerbe Region Carnuntum“ als unverzichtbar. Das dadurch entstehende Baugebiet böte demnach zu geringe Entwicklungsmöglichkeiten.

Bei einer Besprechung zwischen Franz Humer, Bundesdenkmalamt, Land Niederösterreich, Landschaftsplaner und SP-Bürgermeister Hans Wallowitsch wurde nach einer Lösung gesucht, die einen Ausgleich schaffen werde.

Bürgermeister spricht von gutem Kompromiss

SP-Bürgermeister Hans Wallowitsch zeigte sich nach dieser Besprechung entspannter: „So wie es sich ursprünglich dargestellt hat, wären für uns kaum Möglichkeiten zur baulichen Entwicklung vorhanden gewesen. Die jetzige Variante ist ein gangbarer Kompromiss, der eine Koexistenz zwischen Archäologie, Kulturerbe sowie Ortsentwicklung zulässt und wird an das Entwicklungskonzept angepasst.“

Wallowitsch sieht aus touristischer Sicht im Status „Weltkulturerbe“ mittelfristig auch Chancen für den Kurort. Der nächste Schritt wird die Präsentation des adaptierten Konzeptes im Gemeinderat sein.