Erstellt am 20. April 2016, 05:54

von Ines Garherr und Gerald Burggraf

Bahn-Schranken ist ein rotes Tuch. Bahnübergang | Eine Machbarkeitsstudie zeigte die Möglichkeiten von Unter- oder Überführungen an der B60 und der B15 auf.

FP-Vizebürgermeister Bernhard Skaumal und VP-Bürgermeister Kurt Wimmer drängen auf eine Umsetzung des Projekts.  |  NOEN, Foto: Garherr
Die Bahnübergänge auf B60 und B15 sind den Götzendorfern schon lange ein Dorn im Auge. Nach dem Fall der Spange Götzendorf, die eine Überführung beinhaltet hätte, muss sich die Gemeinde nun wieder selbst um eine Lösung bemühen. Um die Schranken zu überbrücken, arbeitet die Gemeindeführung deshalb an einem Projekt, das eine Über- oder Unterführung an den Bahnübergängen ermöglichen soll. Nun liegen erste Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vor: Vier Varianten, die Bahnübergänge zu überbrücken, wurden ausgearbeitet.

Eine dieser Varianten haben die Beteiligten besonders ins Auge gefasst. Dabei würde die B60 zwischen Margarethen und Götzendorf versetzt werden und den Bahnhof unterführen. Die Bundesstraße würde dann in einen Kreisverkehr auf der B15 münden. Sie würde parallel zum Windschutzgürtel verlaufen und wenige Felder durchschneiden. Auch für den Bahnübergang an der B15 bietet die Variante eine Lösung. Hier soll eine Überführung entstehen.

„Man darf sich nicht erwarten, dass die
Umsetzung in den nächsten Tagen passiert.“
Götzendorfs Bürgermeister Kurt Wimmer (ÖVP)

Laut VP-Bürgermeister Kurt Wimmer ist das Projekt Vorarbeit zur geplanten Verlegung der B60. „Es kann nicht sein, dass eine Umfahrung kommt und die Autofahrer beim Schranken in Götzendorf stehen“, meint er. Mit der favorisierten Variante könnte das Umfahrungsprojekt nach Reisenberg weitergeführt werden.
ÖBB, Land Niederösterreich und Gemeinde teilten sich die Kosten der Studie – das bedeutet für Götzendorf Zahlungen von rund 2.300 Euro. Für Wimmer ein geringer Preis für den Start des Projekts, an dem er nach eigenen Auskünften bereits seit fünf Jahren arbeitet.

Als nächster Schritt soll im Gemeinderat ein Grundsatzbeschluss fallen, durch den man sich zu dem Projekt bekennt. Auch die Bevölkerung wolle man nochmals informieren. Schließlich müsse man die Planung des Projekts einleiten, daran würde sich die Gemeinde wieder finanziell beteiligen. Die größeren Summen für die Umsetzung des Projekts – die Studie ergab Schätzungen von 12,5 bis 20 Millionen Euro – würden von ÖBB und Land getragen werden. Was dann für die Gemeinde noch anfallen würde, ist unklar.

Trotz der positiven Ergebnisse hält Wimmer dazu an, nicht allzu schnell in Euphorie zu verfallen: „Man darf sich nicht erwarten, dass die Umsetzung in den nächsten Tagen passiert“, stellt er klar. Realistisch sei eher eine Fertigstellung in fünf Jahren.

Auch bei der ÖBB will man sich auf keinen Umsetzungszeitpunkt festlegen. Bahnsprecher Christopher Seif hebt jedoch die „gute Gesprächsbasis“ hervor. Zudem zeigt man sich bei der ÖBB zuversichtlich, „eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden“.