Erstellt am 06. Januar 2016, 05:53

von Otto Havelka und Susanne Müller

Bahnhof: Bruck will den Namen behalten. In Bruckneudorf wäre man mit Doppelnamen Bruck/Bruckneudorf einverstanden. Bruck knüpft daran Forderungen.

Die neuen Bahnhofsschilder tragen wohl auch weiterhin den Namen »Bahnhof Bruck an der Leitha«.  |  NOEN, Foto: Havelka

In seiner letzten Sitzung des alten Jahres zog der Bruckneudorfer Gemeinderat einstimmig einen Schlussstrich unter ein seit Jahren leidiges Thema: Laut Gemeinderatsbeschluss soll der Name des Bahnhofs künftig – gemäß einem Vorschlag der ÖBB – „Bruck an der Leitha/ Bruckneudorf“ lauten.

Die Bruckneudorfer Gemeindevertreter hatten immer wieder eine Änderung der bisherigen Bezeichnung „Bruck a. d. Leitha“ urgiert – mit dem Argument, der Bahnhof befinde sich nicht in der niederösterreichischen Bezirkshauptstadt, sondern eben im burgenländischen Bruckneudorf.

Mit der Erweiterung des Namens will sich die Gemeinde nun zufriedengeben. Für den Kompromiss gebe es laut SP-Bürgermeister Gerhard Dreiszker auch ein „grundsätzlich positives Einvernehmen“ mit der benachbarten Stadt Bruck.

„Ohne Bruck würde es den Bahnhof nicht geben“

In Bruck klang das bei der letzten Sitzung des Jahres jedoch ganz anders. Dort hatte man das Thema offenbar schon im Ausschuss und im Stadtrat ausgiebig diskutiert – und man kam immer wieder zu demselben Ergebnis: Der Bahnhof soll auch weiterhin der Brucker Bahnhof bleiben. Im Zuge der Diskussion im Gemeinderat wurde dann auch deutlich, dass man sich in Bruck insgesamt mehr Kooperation mit Bruckneudorf wünsche. So lange das nicht umsetzbar sei, wolle man auch am Namen des Bahnhofs nicht rütteln.

„Ohne Bruck würde es den Bahnhof nicht geben. Außerdem müssten dann alle Fahrpläne umgeschrieben werden“, meinte etwa VP-Sprecher Alex Petznek. Der Antrag, den dann alle Fraktionen mit zwei Stimmenthaltungen beschlossen, wurde im Gemeinderat gemeinsam formuliert. „Bruck stimmt nicht zu und lädt Bruckneudorf ein, künftig bei Gesprächen betreffend gemeinsamen Projekten und Kooperationen konstruktiv und sachlich mitzuwirken“, fasste SP-Bürgermeister Richard Hemmer letztendlich die Meinungen der Mandatare zusammen.

Für Bruckneudorf heißt das: Wenn der Großgemeinde die Umbenennung ein Herzensanliegen ist, dann muss sie sich um eine umfassende Kooperation mit Bruck bemühen, denn: Die Bedingung der ÖBB für eine Umbenennung ist nämlich, dass ihr beide Gemeinden zustimmen.