Erstellt am 04. November 2015, 05:27

von Josef Rittler

Nach Unfall: Trauer um zwei Brucker. Nächtliche Autofahrt endet mit Frontalzusammenstoß. Für die Geschwister Sophia und Paulus Windholz kam jede Hilfe zu spät.

Das Unfallauto war in zwei am Straßenrand geparkte Autos gekracht. Den Einsatzkräften, den Feuerwehren Hainburg und Bad Deutsch Altenburg und Rettungsteams aus Hainburg und Schwechat, bot sich ein Trümmerfeld.  |  NOEN, FF Hainburg

Ganz Bruck trauert um die beiden Geschwister Sophia (20) und Paulus Windholz (16), die bei einem schrecklichen Autounfall in Hainburg ums Leben kamen.
Die beiden hatten mit Freunden ein Halloweenfest besucht und ausgelassen gefeiert. Gegen zwei Uhr früh verließen Sophia und Paulus das Fest in Begleitung von Sophias Freund (24) und einem weiteren Bekannten (21). Gemeinsam waren die vier mit dem Auto aufgebrochen.

Die Fahrt endete jedoch schon auf der Landstraße: Der Lenker trat aufs gas, verlor die Herrschaft über den Wagen, dieser streifte den Randstein und schleuderte auf die gegenüberliegende Straßenseite. Dort prallte er derart heftig gegen zwei geparkte Pkw, dass diese zwölf Meter weit verschoben wurden. Das Unfallauto hing schließlich nach dem Aufprall schräg zwischen einer Hausmauer und einem der gerammten Autos.
 

Geschwister starben noch an Ort und Stelle

„Nach der Alarmierung sind wir sofort mit drei Fahrzeugen zum Unfallort ausgerückt“, berichtet Feuerwehrkommandant Christian Edlinger. Sofort ließ er die Feuerwehr Bad Deutsch Altenburg zur Unterstützung rufen. „Bis zu unserem Eintreffen konnte der Lenker bereits durch das Rote Kreuz befreit und versorgt werden“, so Edlinger.

„Wegen des kritischen Zustandes der anderen Insassen wurden diese mit einer ,Crash-Rettung‘ sofort befreit und dem Roten Kreuz übergeben.“ Trotz Reanimierungsversuchen durch einen Notarzt erlagen die Geschwister noch an Ort und Stelle ihren schweren Verletzungen. Das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes Schwechat überbrachte gemeinsam mit der Polizei die Nachricht vom tragischen Tod der beiden Geschwister den geschockten Eltern.

Der mutmaßliche Lenker erlitt ein Schädelhirntrauma und wurde ins Landesklinikum eingeliefert. Der vermeintliche Beifahrer wurde leicht verletzt. Wer tatsächlich gefahren ist, ist derzeit aber noch nicht abschließend geklärt. Der 21-Jährige, der zunächst von der Polizei als Fahrer genannt worden war, bestreitet dies jetzt nämlich. Die Fingerabdrücke auf dem Lenkrad sollen dies klären. Alle drei Autos wurden völlig demoliert und mussten von der Feuerwehr geborgen werden.

Beide im Brucker Basketballverein aktiv

Die Trauer um Sophia und Paulus ist groß: In den sozialen Medien kondolierten hunderte Freunde und Bekannte auf den Profilen der Geschwister. Die Gemeinde Bruck hielt während des Totengedenkens zu Allerheiligen eine Schweigeminute für die Unfallopfer ab.

Beide waren als Spieler im Brucker Basketballverein aktiv. „Ich war am Samstag schwer erschüttert“, sagt Otto Heißenberger, Coach der Brucker „Foxes“. Er kennt die Geschwister nicht nur vom Verein, sondern auch als Nachbar. „Die Familie wohnt gegenüber, ich habe sie schon als Babys gekannt. Paulus, der zuletzt in Neusiedl gespielt hatte, wollte dieses Jahr wieder bei uns im Brucker Basketballverein anfangen. Mir fehlen ganz einfach die Worte.“ Am Sonntag vor dem Spiel gegen Wiener Neustadt verabschiedeten sich die Spieler mit einer Trauerminute in der Kabine. „Es ist nachher beinahe unmöglich gewesen, sich auf das Spiel zu konzentrieren, so mitgenommen waren wir alle.“