Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:32

von Jutta Hahslinger

Sexhungriger raubte kranke Mutter aus. 45-Jähriger prügelte auf seine Mutter ein und nahm ihr gewaltsam die Bankomatkarte ab, um ins Bordell gehen zu können.

Richter Martin Bodner verhängte über den Weinviertler eine teilbedingte Freiheitsstrafe.  |  NOEN, Foto: NÖN

„Alles sehr traurig“, seufzt der 45-Jährige aus dem Bezirk Bruck vor Gericht und erzählt von Schicksalsschlägen der letzten Jahre: Scheidung, krankheitsbedingter Jobverlust als Taxifahrer, die Heimkehr ins Elternhaus im Brucker Bezirk mit der Pflege der schwerkranken Mutter, dem Tod des Vaters und der verzweifelten Suche nach Arbeit.

Mit den 850 Euro Notstandsgeld sei er nicht über die Runden gekommen und da habe ihm die Mutter finanziell unter die Arme gegriffen, erzählt er. Sichtlich verlegen räumt er ein, dass der Seelentröster Alkohol auch einiges zu seinem Abrutschen beigetragen habe. Dann badet er wieder in Selbstmitleid: „Irgendwo muss ich mir doch auch Liebe holen“, begründet er seine Bordellbesuche.

45-Jähriger legt Geständnis ab

„Sie haben Ihre auf 40 Kilogramm abgemagerte, schwerkranke Mutter misshandelt, verprügelt, ihr gewaltsam Geld abgenommen und die Bankomatkarte geraubt, um ins Bordell gehen zu können. Ihre Mutter flüchtete vor Ihnen. Sie hat Angst vor dem eigenen Sohn und erwirkte ein Näherungsverbot“, sagt Staatsanwalt Thomas Ernst harsch zu dem mitleidsheischenden Gejammer des Angeklagten. Mit gesenktem Haupt legt der 45-Jährige ein Geständnis ab und beteuert leise: „Es tut mir sehr leid.“

Der bislang unbescholtene Weinviertler wird von Richter Martin Bodner zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe verurteilt: 18 Monate, davon muss er sechs Monate hinter Gitter absitzen (rechtskräftig).