Erstellt am 22. September 2015, 15:37

von Susanne Müller

Biomethan 2.0 geht zur Gänze ins Netz. Die Biogas-Aufbereitungsanlage ist in Betrieb genommen. Somit kann Bruck Biomethan zu 100 Prozent ins Gasnetz einspeisen.

Michael Harasek (TU Wien), Christian Domes (EVN), Bürgermeister Richard Hemmer, Biogas-Geschäftsführerin Bernadette Mauthner, Michael Hübner (BMVIT), Andreas Wolf (Biomethanregister), Theresia Vogel (Klima- und Energiefonds), Kurt Pollak (Newenergies), Landesrat Karl Wilfing, Energiepark-Präsident Herbert Stava, Wolfgang Altmann (Wien Energie Vertrieb), Gerhard Sacher (EVN Wärme), Energiepark-Geschäftsführer Michael Hannesschläger, Johannes Szivacz (Axiom) und Gerald Danzinger (Biogas Bruck) mit Membranmodul.  |  NOEN, Energiepark Bruck

Was 2007 mit dem Forschungsprojekt „Virtuelles Biogas“ begonnen wurde, bildet heute die Basis für die erfolgreiche Volleinspeisung ins Gasnetz. Gut 150 Gäste folgten in der Vorwoche der Einladung der Biogas Bruck, um gemeinsam den erfolgreichen Um- und Ausbau der Biogasanlage zu feiern.
Das Kernstück der Biogas-Aufbereitung ist eine Gasreinigungseinheit, die über eine Membrantechnologie den Methangehalt des Biogases auf 98 Prozent anreichert. 2014 erfolgte der Strategiewechsel in Richtung Volleinspeisung.

Neben der technischen Herausforderung, eine Gasreinigungseinheit für den Vollbetrieb zu entwickeln und dabei sämtliche Prozessschritte der Anlage auf das neue Hauptprodukt Biomethan auszurichten, galt es im Vorfeld den Absatz am Markt abzusichern. Mit EVN und Wien Energie, die ebenfalls Partner im Forschungsprojekt waren, konnten entsprechende Liefervereinbarungen getroffen werden.
Deren Vertreter konnten Biogas-Geschäftsführerin Bernadette Mauthner und Energiepark-Präsident Herbert Stava beim Eröffnungsfest ebenso begrüßen, wie jene der Partner Axiom, Stadtgemeinde Bruck, Land NÖ, BMVIT und Klima- und Energiefonds.

Eine Idee wurde konkurrenzfähig 

Landesrat Karl Wilfing betonte: „Herbert Stava und Fritz Metzker kenne ich schon aus Jugendtagen. Sie waren damals schon bekannt als Ökopioniere.“ Die Pionierleistung des Energieparks könne man gar nicht hoch genug einschätzen: „Biogas ist eine der umweltfreundlichsten Energieformen, denn hier werden Abfälle zu hochwertigen Rohstoffen. Die Biogas Bruck mit der Biomethananlage ist hier auf bestem Wege, sich auf dem heimischen Markt zu positionieren und ein wachstumsstarkes Unternehmen zu werden.“

In einer Podiumsdiskussion kamen anschließend zahlreiche Wegbegleiter zu Wort. Als „Pate des Energieparks“ bezeichnete sich dabei Brucks Bürgermeister Richard Hemmer. Die Stadt sei immer hinter dem Energiepark gestanden und „ohne diese seit gut 20 Jahren bestehende Partnerschaft wäre vieles nicht möglich gewesen“, so Hemmer.

Johannes Szivacz, der mit seinem Unternehmen Axiom die Gasreinigungseinheit der Anlage baute, unterstrich den Umstand, dass die Membrantechnologie in Österreich entwickelt wurde und auf immer mehr Interesse in ganz Europa stößt.

Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds, der das Forschungsprojekt „Virtuelles Biogas“ maßgeblich gefördert hatte, freute sich, dass „aus einer vom Klima- und Energiefonds geförderten Idee nun ein konkurrenzfähiges Produkt entstanden ist, das sich am Markt beweist.“