Erstellt am 08. September 2015, 15:02

von Susanne Müller

Biomüll-Entsorgung bleibt im Bezirk Bruck. Ausschreibung erfolgte EU-weit: Die Biotonnen werden wie bisher von Abfallservice Jüly und seinen Partnern abgeholt.

Seit über 20 Jahren wurden Transport und Entsorgung von Biomüll im Bezirk von Abfallservice Jüly gemeinsam  |  NOEN, Müller

Seit über 20 Jahren wurden Transport und Entsorgung von Biomüll im Bezirk von Abfallservice Jüly gemeinsam mit der Mutzl-Döber GesmbH, der Bauer-Prentl GesnbR und der ARGE Kompostanlage Götzendorf durchgeführt. „Die alten Verträge bestanden schon seit 20 Jahren und hatten damals zum Ziel, die Wertschöpfung und Arbeitsplätze möglichst im Bezirk zu belassen“, erklärt GABL-Geschäftsführer Raimund Holcik.

Transportwege als wichtiges Kriterium

Nun musste der GABL aufgrund des Bundesvergabegesetzes den Transport und die Entsorgung der biogenen Abfälle, die in den Biotonnen der Haushalte gesammelt werden, neu ausschreiben. Die Ausschreibung wurde als offenes Verfahren (EU-weit) mittels Bestbieterprinzip durchgeführt. „Im Bestbieterprinzip gilt nicht nur der günstigste Preis als Kriterium, sondern es können auch andere Aspekte mit einfließen. In unserem Fall wurden zusätzlich die Transportwege von den Gemeinden zu den Kompostanlagen als ökologisches Kriterium mit bewertet“, so Holcik.

Darüber hinaus galt als Kriterium, dass die Bioabfälle ausschließlich in landwirtschaftlichen Kompostanlagen verarbeitet werden. Der so produzierte Kompost muss also zum überwiegenden Teil auf den Feldern der Betreiber zur Düngung ausgebracht werden.

Keine Veränderungen für Bevölkerung

Bei der Angebot-Öffnung, die unter Aufsicht und Leitung von Rechtsanwalt Florian Keschmann durchgeführt wurde, stellte sich heraus, dass sich wohl weder für den GABL noch für die Bevölkerung im Bezirk etwas in Sachen Biomüll-Entsorgung ändern wird: Die Bietergemeinschaft Abfallservice Jüly GesmbH, Mutzl-Döber GesmbH, Bauer-Prentl GesnbR und ARGE Kompostanlage Götzendorf ging aus fünf Angeboten als Bestbieter hervor, wobei sie in beiden Bewertungskriterien (bester Preis und die kürzesten Transportwege) die Bestnoten erhielt.

„Als Brucker Unternehmen freut es mich natürlich, dass bei der Bestbieter-Ausschreibung wieder der Zuschlag an uns ging. Das ist ein großer Auftrag. Und es ist auch ökologisch sinnvoller, als wenn man für die Entsorgung quer durch Niederösterreich fahren würde“, so Gabriele Jüly von Abfallservice Jüly, die betont: „Nicht zuletzt wurden damit 15 Arbeitsplätze im Bezirk gesichert.“

Auftragswert von 800.000 Euro pro Jahr

Das Auftragsvolumen umfasste die Entleerung von rund 7.100 Biotonnen sowie die Verarbeitung von rund 5.400 Tonnen biogener Abfälle zu Kompost. Finanziell geht es dabei um einen Auftragswert von 800.000 Euro pro Jahr. Der Vertrag läuft drei Jahre mit der Option auf zweimalige Verlängerung.