Erstellt am 15. Juni 2016, 05:40

von Susanne Müller

777-Jubiläum: Szenen, die bewegten. Die Anton Stadler Musikschule lud mit Volksschule Fischamender Straße und Polytechnischer Schule zur Zeitreise.

Johannes Bohun und die Schüler rissen das Publikum mit.  |  NOEN

Selten hat das Stadttheater so gebebt wie am Freitag. Die Musikschule inszenierte gemeinsam mit den Schülern der Volksschule Fischamenderstraße und der Polytechnischen Schule zum 777-Jubiläum der Stadt „7 Meilensteine der Geschichte“.

Energiebündel Johannes Bohun, ehemals Mitglied von Stomp, arbeitete schon im Vorfeld bei eigenen Bodypercussion-Workshops mit den Kindern, die bei der Aufführung dann so richtig aus sich herausgingen – und das Publikum entsprechend mitrissen. Musikalisch führte die Zeitreise von der Römerzeit ins Mittelalter mit den „Hymns of St. Thomas Aquinas“.

In der K. u. K.-Zeit machten die Akteure bei – wie könnte es in der Brucker Anton Stadler Musikschule anders sein – einem Klarinettentrio von Anton Stadler und dem Brucker Lager-Marsch Station. Teils beklemmende Eindrücke blieben von den Szenen aus den beiden Weltkriegen. Hier ließ Gottfried Barcaba seine Schlagzeugschüler aufmarschieren und Rastislav Kordic berührte mit Dave Morgans Hiroshima am Keyboard.

Für lebenswerte und sonnige Zukunft

Danach erlebte das Publikum Szenen aus dem ungarischen Volksaufstand, den Fall des Eisernen Vorhangs mit „Wind of Change“ und landete letztendlich wieder im Bruck von heute, wo es sich von der Freude an der Bewegung der Bodypercussion-Gruppe endgültig anstecken ließ und kräftig mittanzte.

Doch nicht nur die musikalischen und szenischen Darbietungen in diesem Gemeinschaftsprojekt, das von der Anton Stadler Musikschule mit viel Liebe zum Detail auf die Beine gestellt worden war, hinterließen einen bleibenden Eindruck. Auch die Botschaft war eine starke. „Und nun? Ängste, Sorgen und Krisen ziehen Grenzen, Zäune und Mauern aufs Neue in die Höhe.

Ist es das Schicksal der Menschheit, dass sich die Geschichte immer wieder wiederholen muss, nur mit anderen Akteuren? Können wir in den Lauf der Geschichte eingreifen und wirklich aus ihr lernen?“, fragte Musikschuldirektorin Serafia Myriknopoulou am Ende das Publikum. Gerade Bruck im Zentrum Europas sei der richtige Ort dafür, aktiv zu werden: „Reichen wir uns die Hände über alles Trennende hinweg und gestalten wir gemeinsam eine lebenswerte, sonnige Zukunft.“