Erstellt am 14. Januar 2016, 05:38

von Josef Rittler

„Das wird hier zum Glasscherbenviertel!“. Anrainerin ist empört über Ausschreitungen und wünscht sich generell mehr Polizeipräsenz in der Innenstadt.

Aufregung in der Silvesternacht: Polizei und Feuerwehr waren in der Brucker Innenstadt gefordert.  |  NOEN, FF Bruck

Ein Brandeinsatz in der Brucker Schmerlinggasse hielt in der Silvesternacht Feuerwehr und Polizei auf Trab (die NÖN berichtete). Jugendliche hatten Feuerwerkskörper gezündet und durch einen verirrten Böller das Dach eines Einfamilienhauses in Brand gesetzt. Weiters waren zwei Pkws beschädigt und eine Person leicht am Oberschenkel verletzt worden.

Eine Anrainerin (Name der Redaktion bekannt) macht ihrem Ärger über die Ausschreitungen Luft: „Unterhaltung ist ja schön und gut, aber das muss alles im Rahmen bleiben. So schlimm war es noch nie. Wir haben schon das zweite Jahr den Zirkus, das wird hier zum Glasscherbenviertel!“ Sie macht auch die Polizei für die Eskalation verantwortlich: „Ich habe sofort angerufen, nachdem draußen Feuerwerkskörper gezündet worden waren. Hinter der Apotheke standen noch etliche Jugendliche.

Bezirkspolizeikommandant kann Vorwürfe nicht nachvollziehen

Wären die Beamten gleich gekommen, hätten sie die Täter identifizieren können. Ein netter Beamter erklärte mir aber, dass derzeit niemand verfügbar wäre, weil die Beamten nur zu zweit ausrücken dürften, der Posten aber nicht unbesetzt bleiben könne.“ Früher sei die Polizei noch öfter durch die Innenstadt gefahren, das hätte zumindest einigermaßen vorbeugende Wirkung gezeigt.

Der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant Thomas Pölzl kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen. Die Exekutive hätte rasch gehandelt: „Unsere Beamten waren schneller am Einsatzort als die Feuerwehr!“ Kritik nehme man durchaus ernst, diese lasse sich jedoch im persönlichen Gespräch am besten klären.

Bei der aktuellen NÖN-Online-Umfrage „Sollen Silvesterkracher verboten werden?“ sprachen sich übrigens 88 Prozent der Teilnehmer für ein Verbot der Feuerwerkskörper aus, während 12 Prozent mit der gegenwärtigen Situation offenbar leben können.