Erstellt am 16. März 2016, 05:54

von Susanne Müller

Asyldebatte: „Integration beginnt“. BHW lud zu Diskussion über „Flucht und Integration“. Stadtchef Richard Hemmer sprach über die Bemühungen in Bruck.

Bürgermeister Richard Hemmer, Flüchtlingskoordinator Christian Konrad, BHW-Geschäftsführer Hans Rupp, NÖN-Chefredakteur Martin Gebhart, Landesrätin Barbara Schwarz, EU-Kommissar Johannes Hahn, und SP-Vizebürgermeister Gerhard Weil.  |  NOEN, Erich Marschik

Das derzeit wohl meist debattierte Thema stand am Samstag im Zentrum einer Diskussionsrunde mit dem Titel „Flucht und Integration“, zu der das Bildungs- und Heimatwerk NÖ nach Michelhausen (Bezirk Tulln) geladen hatte.

Unter der Moderation von NÖN-Chefredakteur Martin Gebhart widmeten sich unter anderem Flüchtlingskoordinator Christian Konrad und EU-Kommissar Johannes Hahn, seines Zeichens auch Präsident des Rings Österreichischer Bildungswerke, den vielfältigen Herausforderungen, die der Flüchtlingsstrom mit sich bringt.

Als Diskutant am Podium war auch Brucks SP-Bürgermeister Richard Hemmer eingeladen, darüber zu sprechen, wie Bruck mit dem Thema bisher umgegangen ist. Bruck hat sich von Anfang an durch vorbildliches Engagement hervorgetan und in enger Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen, wie dem Roten Kreuz, vorgezeigt, wie eine Stadt helfen kann. Derzeit sind in Bruck 130 Asylwerber untergebracht. Knapp 15 Personen haben bislang einen positiven Bescheid erhalten und gelten somit als asylberechtigt oder subsidiär schutzbedürftig.

 „Ein gedeihliches Miteinander“

„Jetzt müssen wir gezielt darauf schauen, wie es mit den Asylberechtigten weitergeht. Jetzt fängt die richtige Integrationsarbeit erst an“, betonte Hemmer. Schließlich sind Asylberechtigte binnen vier Monaten, nachdem sie den Bescheid erhalten haben, auf sich allein gestellt. Sprich, die Suche nach einer Wohnung und einem Arbeitsplatz beginnt. „Das wird mehr als schwierig“, wollte Hemmer nichts beschönigen.

Vor allem gelte es, auf die „soziale Ausgewogenheit“ zu achten, so Hemmer, „damit es zu keinen Schieflagen kommt. Bisher hatten wir in der Gemeinde durch die Aufnahme der Flüchtlinge so gut wie gar keine Probleme. Das soll auch so bleiben. Daher sind unsere Bemühungen auf ein gedeihliches Miteinander ausgerichtet“, erklärte Hemmer.

Im Zusammenhang mit der mangelnden Solidarität auf EU-Ebene betonte Hemmer: „Da ist die Situation in Österreich nicht viel anders. Mehr als 50 Prozent der Gemeinden haben nach wie vor gar keine Flüchtlinge aufgenommen.“ Würden alle mithelfen, dann wäre wesentlich mehr möglich.