Erstellt am 25. November 2015, 05:43

von Susanne Müller

„Niemand soll ohne Deutschkurs bleiben“. Das Römerland Carnuntum verhilft Asylberechtigten und deren Helfern zu fundierter Information rund um Bildung und Beruf.

Römerland Carnuntum-Obmann Hans Rupp will für flächendeckende Deutschkurse in der Region sorgen.  |  NOEN, Müller

Wie geht es weiter, wenn die Flüchtlinge einen positiven Asylbescheid in Händen halten?
Diese Frage war eine der dringendsten, die die freiwilligen Helfer der Schutzsuchenden bei einem ersten Vernetzungstreffen im Römerland Carnuntum stellten. Vor allem im Bereich der Ausbildung und der Berufschancen tun sich viele Fragen auf, die auch die Helfer den Asylwerbern meist nicht beantworten können. Doch an wen kann man sich damit wenden, wo erhält man fachkundige Auskunft?

Der Regionalentwicklungsverein Römerland Carnuntum erklärte sich somit kurzerhand für diese und andere Fragen rund um das aktuell wohl meistdiskutierte Thema zuständig und lud nun zu einem Infoabend ein.

Franz Babka-Nowak und Gerti Taferner vom Römerland Carnuntum hatten die Organisation übernommen und 12 Experten aus verschiedenen Einrichtungen nach Bruck gebracht, die den Helfern und den Asylwerbern Rede und Antwort standen. Der Bogen spannte sich dabei von den schulischen Ausbildungsmöglichkeiten über die Anerkennung von Ausbildungen, die im Ausland erworben wurden, bis hin zu den konkreten Einstiegschancen am Arbeitsmarkt.

Informationen zu einschlägigen Beratungsstellen

Einer der wesentlichsten Punkte, die Deutschkurse, dürfte in Zukunft wohl auch zum problematischsten werden. Für Asylwerber werden Deutschkurse ohnehin so gut wie ausschließlich über freiwillige Helfer organisiert. Für Asylberechtigte gibt es zertifizierte Deutschkurse, die allerdings Mangelware sind. Und auch hier will das Römerland Carnuntum helfend einschreiten: „Unser Ziel ist, dass kein Asylberechtigter in der Region ohne Deutschkurs bleibt“, kündigte Obmann Hans Rupp an, dass der Regionalentwicklungsverein hier aktiv werden wird.

Darüber hinaus besteht auch abseits dieses Infoabends die Möglichkeit, beim Verein Informationen zu den einschlägigen Beratungsstellen zu erhalten.

Die Anlaufstellen

• Caritas - mobile Flüchtlingsbetreuung Industrieviertel
• Landesschulrat: Informationen zum Thema Pflichtschule
• Bezirkshauptmannschaft - Jugend und Soziales: Unterstützungen, Begleitung von Minderjährigen im Asylverfahren
• BHW - Bildungsberatung: Informationen und Beratung zu Kursen und Weiterbildung
• BACH: Muttersprachliche Bildungs- und Berufsberatung der Diakonie
• BHW NÖ: Deutschkurse
• AST: Begleitung bei der Anerkennung von im Ausland abgeschlossenen Ausbildungen
• AMS Bruck: Beratung und Unterstützung von Asylberechtigten bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt
• Wirtschaftskammer: Lehrstellenberatung, Gründungsberatung für Selbstständige
• Integrationszentrum NÖ: Deutschkurse für Flüchtlinge