Erstellt am 22. Februar 2017, 02:44

von Susanne Müller

Politik-Experte gibt Tipps zu Gemeinde-Kooperation. Das Römerland Carnuntum hatte Peter Filzmaier zu Gast, um Pro und Contra von Gemeinde-Kooperationen zu beleuchten.

Regionsobmann Hans Rupp, Moderator Johannes Pressl, Vortragender Peter Filzmaier, Bezirkshauptmann-Stellvetreter Kimon Poulios, Höfleins Bürgermeister Otto Auer und Römerland-Geschäftsführer Bernhard Fischer.  |  Römerland Carnuntum

Gemeinde-Oberhäupter und die Vertreter von zahlreichen Institutionen der Region fanden sich am Freitag im Festsaal der Bezirkshauptmannschaft ein. Der Grund für das dichte Gedränge war der Vortrag von Politik-Experte Peter Filzmaier zum Thema „Kooperation statt Isolation? – die Zukunft der Gemeinden im Römerland Carnuntum“, zu dem der Regionalentwicklungsverein eingeladen hatte.

Filzmaier beleuchtete vorab die Entwicklung des ländlichen Raums und stellte letztlich vor allem einen problematischen Unterschied zwischen Städten mit über 10.000 Einwohnern und Gemeinden mit geringerer Einwohnerzahl fest: Der formale Bildungsgrad ist in Städten höher. Letztendlich seien aber der Zufriedenheitsgrad und das Vertrauen der Bevölkerung umso größer, je kleiner die Einheit sei.

Sprich: Gemeinden haben im Ranking mit Land, Bund und EU immer die Nase vorne, egal ob es um ihre politische Führung, um die wirtschaftliche Situation oder um Lebensqualität und Verbundenheitsgefühl geht. „Die Bürgermeister haben das beste Image, egal von welcher Farbe sie sind. Also macht es auch Sinn, über Dezentralisierung zu sprechen“, so Filzmaier. Und Kooperationen würden Sinn machen, wenn das Ziel sei, die Position der Gemeinden zu stärken.

"Bürgermeister haben das beste Image, egal von welcher Farbe sie sind.“
Politik-Experte Peter Filzmaier

Damit Gemeinde-Kooperationen erfolgreich sind, seien nicht nur finanzielle Aspekte zu beachten, sondern auch die Zufriedenheit und Lebensqualität der Bevölkerung. Filzmaier nennt gemeinsame Ziele und eine partnerschaftliche Umsetzung ebenso unter den Erfolgsfaktoren, wie die Einbindung starker Partner, Transparenz und eine breite Beteiligung sowie kompetente Kommunikation. Bei Letzterer sei neben Botschaft und Ziel vor allem das „bottom up“-Prinzip wichtig. „Und proaktives Mutmachen, statt auf Angst zu reagieren“, so Filzmaier.

Die Gemeindevertreter nahmen die Anregungen positiv auf, wenngleich es zu einer tatsächlichen Umsetzung in der Region doch noch ein weiter Weg sein dürfte. „Der Vortrag war ein guter Input“, meinte etwa Höfleins Bürgermeister Otto Auer (VP). Man müsse aber immer die konkreten Bedürfnisse der Gemeinden im Auge haben. „Ich frage mich, ob es nicht besser wäre, Leistungen über Verbände anzubieten, die zum Teil ja schon bestehen“, so Auer.

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