Erstellt am 29. Oktober 2015, 05:27

von Susanne Müller

Brucker wollen das Neusiedler Bad retten. 12 Schulen aus dem Brucker Bezirk nutzen das Bad für ihren Schwimmunterricht. Jetzt wird Initiative aktiv.

Die 3a der Brucker Volksschule am Hauptplatz beim Schwimmunterricht im Neusiedler Hallenbad. Hinten der Initiator von "Rettet das Hallenbad" Florian Rinnhofer.  |  NOEN, zVg

In Neusiedl ist die Aufregung schon seit einiger Zeit groß. Im Hallenbad sind teure Sanierungsarbeiten nötig. Dafür fehlt der Stadt Neusiedl, die derzeit allein für das Hallenbad aufkommen muss, das Geld. Somit steht das einzige Hallenbad der gesamten Region vor der Schließung.

„Rettet das Hallenbad“

Im Brucker Bezirk wurden die Geschehnisse bisher vor allem von Schulen und Eltern schulpflichtiger Kinder mit Besorgnis beobachtet. In der Vorwoche gingen geschätzte 350 Menschen bei strömendem Regen auf die Straße. „Rettet das Hallenbad“ war ihr Motto – und es ist auch das Ziel einer Initiative, die nun in Bruck aktiv geworden ist.

„Wir fordern den Fortbestand des Hallenbades – für unsere Kinder, für alle Sportlerinnen und Sportler, für die Vereine und für alle anderen, denen diese soziale, sportliche Einrichtung am Herzen liegt“, so Florian Rinnhofer, ehemaliger Schwimmer und Koordinator der Initiative, der selbst aus Bruck stammt.

12 Schulen aus dem Bezirk nutzen das Bad

Immerhin nutzen das Bad auch 12 Schulen aus dem Brucker Bezirk für den Schwimmunterricht. In Summe sind rund 430 Volksschulkinder aus Niederösterreich betroffen, denn auch zwei weitere niederösterreichische Gemeinden steuern für den Schwimmunterricht das Neusiedler Hallenbad an.

Deshalb war etwa auch Volksschullehrerin Monika Roth von der Volksschule Bruck Hauptplatz bei der Kundgebung dabei: „Wir schwimmen jedes Jahr mit unseren dritten Klassen im Hallenbad. Viele Kinder können nicht schwimmen, lernen es aber während der Einheiten. Ein Wegfall des Bades wäre sehr schade“, so die Brucker Lehrerin. „Darüber hinaus stammen viele Besucher aus Niederösterreich, in ansässigen Vereinen trainieren zahlreiche Sportler aus unserem Bezirk“, betont Rinnhofer.

Bruck: Gesprächsbereit, wenn alle mitmachen

Die Alternativen sind für die Brucker nämlich rar. Im Bezirk gibt es kein einziges Hallenbad. Jenes in Schwadorf wurde vor kurzem ebenfalls aus Kostengründen geschlossen. Somit sind die nächsten Hallenbäder in Schwechat oder Eisenstadt.

„Beide sind aber deutlich weiter entfernt und ziemlich ausgelastet“, so Rinnhofer. Vergangene Woche konnte zwar akut eine Schließung in einer Gemeinderatssitzung der Stadt Neusiedl abgewendet werden, die Lage bleibt aber kritisch: Gebrechen an der veralteten Technik könnten jederzeit einen Stillstand des Betriebes verursachen.

Darauf angesprochen, ob für Bruck eine Mitfinanzierung infrage käme, meint Brucks Bürgermeister Richard Hemmer: „Unter der Voraussetzung, dass alle betroffenen Gemeinden in den Bezirken Neusiedl und Bruck mittun, könnten wir darüber reden.“

„Hallenbad ist kostspielig und immer defizitär“

Die Wahrscheinlichkeit dafür schätzt Hemmer aber gering ein. Er wolle jedenfalls vorerst die Gespräche zwischen Neusiedl und der Landesregierung abwarten, von denen sich Neusiedl eine Darlehens-Finanzierung für die Sanierung erhofft. „Ein Hallenbad ist kostspielig und immer defizitär“, so Hemmer. Und: „Es ist eben auch schon jahrelang nichts in das Bad investiert worden.“

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