Bruckneudorf

Erstellt am 13. Juli 2016, 05:17

von Otto Havelka

Die Gründung einer Feuerwehr ist jetzt fix. Weil der Kostenbeitrag an die Feuerwehr Bruck zu hoch ist, will Bruckneudorf eine eigene Feuerwehr – billiger wird‘s nicht.

 |  APA (Webpic)

Da waren sich die Gemeinderäte quer durch alle Fraktionen einig: Bei der jüngsten Sitzung wurde der einstimmige Grundsatzbeschluss gefasst, eine eigene Feuerwehr „mit allen damit verbundenen Kosten und Pflichten“ zu gründen – eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen.

Hannes Kampel, Mitglied der Betriebsfeuerwehr am Flughafen und Zugskommandant bei der Brucker Feuerwehr, soll die Leitung des abgesetzten Zuges in Bruckneudorf übernehmen.    |  noen, Müller

Bislang war im Rahmen eines Kooperationsvertrages die Feuerwehr der NÖ Bezirkshauptstadt Bruck für die benachbarte Burgenland-Gemeinde zuständig. Nun soll der jährliche Kostenbeitrag auf 60.000 Euro pro Jahr angehoben werden. „Zu viel für durchschnittlich drei Einsätze pro Jahr“, sagt SP-Bürgermeister Gerhard Dreiszker im NÖN-Gespräch.

Sein Amts- und Parteikollege in Bruck, Richard Hemmer, kommentiert den Beschluss der Nachbargemeinde lakonisch: „Wir respektieren den Beschluss.“ Kolportierte Kostenbeiträge wolle er „weder bestätigen, noch dementieren“. Bis zur offiziellen Bestätigung der Bruckneudorfer Feuerwehr durch den burgenländischen Landesverband sei ein „provisorischer Kostenbeitrag von 40.000 Euro pro Jahr vereinbart“.

 „Bei Nachrüstungen werden wir uns aufgrund des Wegfalls des Einsatzgebietes Bruckneudorf künftig auf Bruck und Wilfleinsdorf konzentrieren.“
Brucks SP-Bürgermeister 

Richard Hemmer 

Künftig soll dieses Geld in den Aufbau einer eigenen Feuerwehr gepumpt werden. Konkret handelt es sich dabei um die Gründung eines „abgesetzten Zuges“ als Unterabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Kaisersteinbruch. Von der Feuerwehr Neusiedl wird um 4.000 Euro ein Löschfahrzeug TLF 1000 (Kapazität: 1.000 Liter Wasser) gekauft. Die technische Ausrüstung muss aber separat angeschafft werden. Mittlerweile verzeichnet die Feuerwehr Kaisersteinbruch 13 neue Mitglieder aus Bruckneudorf, die nun geschult werden.

Einer davon kann sich die Einschulung sparen: Hannes Kampel, Mitglied der Betriebsfeuerwehr am Flughafen Wien-Schwechat und Zugskommandant bei der Brucker Feuerwehr, soll die Leitung des abgesetzten Zuges in Bruckneudorf übernehmen. Feuerwehrkommandant ist Thomas Poller, Chef der Feuerwehr Kaisersteinbruch und Gemeinderat des Team Stronach.

Poller hofft, dass bis zum Herbst ein Standort für das Feuerwehr-Fahrzeug feststeht und damit die neue Floriani-Truppe auch „offiziell vom Landesfeuerwehrkommando Burgenland anerkannt“ wird. Wo die Feuerwehr stationiert wird, ist noch offen. Bürgermeister Dreiszker wünscht sich das Areal, auf dem derzeit die Flüchtlingscontainer stehen.

Keine akuten Auswirkungen

Laut informellen Gesprächen mit Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SP) könnte das Grundstück des Truppenübungsplatzes noch heuer an die Gemeinde verkauft werden. Ob dann auch die Container abgesiedelt werden, muss das Innenministerium entscheiden.

Billiger wird‘s für die Gemeinde jedenfalls nicht. Derzeit werden die neuen Ausrüstungsanforderungen berechnet. Mit dem größeren Zuständigkeitsbereich der Feuerwehr Kaisersteinbruch steigen auch die Anforderungen an Ausrüstung und Personal. Und der Neubau eines Feuerwehrhauses „geht ins Geld“, prophezeit Poller.

In Bruck soll es akut zu keinen Auswirkungen kommen. Langfristig dürfte es aber durchaus Einsparungen geben, wenn das Einsatzgebiet Bruckneudorf wegfällt. Denn dann werde man sich bei Nachrüstungen „auf Bruck und Wilfleinsdorf konzentrieren“, erklärt Stadtchef Hemmer.