Erstellt am 18. Februar 2016, 05:34

von Otto Havelka

„Ich habe lange Zeit Frauen beobachtet“. Roman Klementovic, Shootig-Star der heimischen Krimi-Autoren, las aus seinem neuen Thriller „Immerstill“.

Roman Klementovic las aus seinem druckfrischen Thriller »Immerstill« und fesselte damit das Publikum in der Haydn-Bibliothek.  |  NOEN, Havelka

Rund eine Stunde standen die Besucher am vergangenen Freitag in der Haydn-Bibliothek Schlange, um eine persönliche Widmung von Roman Klementovic in seinem druckfrischen Thriller „Immerstill“ zu ergattern.
Davor hatte er die Besucher mit einer Lesung aus seinem neuen Werk in den Bann gezogen. Denn wenn Klementovic vorliest, wird man Ohrenzeuge eines gut inszenierten Hörspiels.

In einer eisigen Winternacht verschwinden zwei Jugendliche spurlos. Die örtliche Polizei tappt im Dunkeln, findet keinerlei Anhaltspunkte und mit der Zeit gerät der Fall in Vergessenheit. Doch auf den Tag genau drei Jahre später werden wieder zwei junge Menschen vermisst. Die Medien wittern eine Tragödie und in dem kleinen Dorf wächst die Nervosität. Als eine misshandelte Leiche gefunden wird, bricht Panik aus.

 „Ich habe für das Buch lange Zeit Frauen beobachtet“

Das Bemerkenswerte an dem Buch, in dem auch Hainburg ein Nebenschauplatz ist: Klementovic erzählt die düstere Geschichte in der Ich-Form, doch das Ich ist eine Frau, nämlich die Schwester einer der beiden Verschwundenen.

Klementovic zeichnet nicht nur ein subtiles weibliches Psychogramm, sondern achtet in seiner Erzählung auch penibel auf gängige Verhaltensmuster von Frauen. „Ich habe für das Buch lange Zeit Frauen beobachtet. Wie sie sich durch die Haare fahren, in Handtaschen kramen, und so weiter“, outet sich Klementovic im Gespräch mit der NÖN.

Nach seinem Erstlingswerk „Verspielt“ könnte der im Marchfeld aufgewachsene Krimiautor neuerlich in den Bestseller-Listen emporklettern.
Ob Thriller sein Erfolgsrezept sind? „Ich mag es, wenn der Nervenkitzel bis zur letzten Seite anhält“, verrät Klementovic. „Aber ich habe auch schon über einen Liebesroman nachgedacht.“