Erstellt am 30. Dezember 2015, 05:28

von Susanne Müller

Burg: Hoffnung auf Projekt lebt. Die Arthur Krupp Genossenschaft hält an Plänen fest. Stadt bleibt aber zumindest auf Kosten von 1,4 Millionen sitzen.

Auf der Seite der Hainburgerstraße ist die Burg seit geraumer Zeit eingerüstet, um zu verhindern, dass Passanten durch herabfallende Mauer- oder Fensterteile verletzt werden können.  |  NOEN, Müller

Nachdem die Stadt seit 2001 das Baurecht für die Burg an die Lyra (Raiffeisen Immobilien Leasing GmbH) abgetreten hat, hing der Vertrag nun schon seit geraumer Zeit wie ein Damoklesschwert über der Stadtkassa. Denn darin ist vereinbart: Ohne Projekt-Realisierung bis zum Auslaufen des Vertrages muss die Stadt die bisher entstandenen Kosten an die Lyra rückerstatten.

Ende 2015 läuft – nach bereits zweimaligem Aufschub – der Baurechtsvertrag nun endgültig aus. Da nach wie vor kein umsetzbares Projekt am Tisch liegt, wird mit Ende dieses Jahres der Vertrag aufgelöst und die Kosten werden fällig. Konkret geht es dabei um knapp 1.750.000 Euro plus Steuer, also in Summe rund zwei Millionen Euro, die an die Lyra zu refundieren sind.

Vereinbart ist, dass davon eine Million mit Jahresende bezahlt wird. Weitere 400.000 Euro stundet die Lyra der Stadt bis Mitte 2016. Der Restbetrag wird Mitte 2017 fällig.

„Bis Mitte des Jahres sollte klar sein, ob die
Umsetzung des Projekts möglich ist.“ 
SP-Bürgermeister Richard Hemmer

Im Gemeinderat wurde die Vereinbarung kommentarlos und einstimmig angenommen.
Grund dafür ist wohl, dass die Stadtführung am Ende des Tunnels dennoch ein Licht sieht: Die Arthur Krupp Wohnbau Genossenschaft hat bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet. „Die Arthur Krupp ist bereit, ein Projekt gemeinsam mit uns zu erarbeiten und uns letztendlich 600.000 Euro für die Bauvorbereitung zu refundieren“, so SP-Bürgermeister Richard Hemmer.

Konkret geht es dabei um die Pläne für ein „Generationen-Haus“, also „Betreutes Wohnen“ und die Übersiedelung des Kindergartens I von der Wienergasse in die Burg (die NÖN berichtete). Derzeit dürfte dabei noch eine Finanzierungslücke klaffen, doch „bis Mitte des Jahres sollte klar sein, ob die Umsetzung des Projekts möglich ist“, so Hemmer. Die Arthur Krupp Wohnbau Genossenschaft würde dann das Baurecht für den Burg-Komplex direkt von der Raiffeisen Leasing übernehmen.

Unter Erwartungsdruck stehe man schließlich auch, weil Bruck mit Anfang 2017 zur Bezirkshauptstadt eines wesentlich größeren Bezirks werde. Dem wolle man Rechnung tragen, betont auch Vizebürgermeister Gerhard Weil (SP).