Erstellt am 07. März 2012, 00:00

Carnuntum: 1 Million für Detail-Forschung. ARCHÄOLOGIE / Land stellt für Erforschung der größten archäologischen Landschaft Mitteleuropas 937.660 Euro zur Verfügung.

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VON JOSEF RITTLER

BEZIRK BRUCK / Die Landesregierung hat in ihrer letzten Sitzung auf Initiative von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll das „Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion“ mit der weiteren Erforschung der antiken Metropole beauftragt und wird dafür 937.660 Euro bereitstellen. Die Untersuchungen erfolgen mit Georadar und zerstören daher die Baureste nicht.

Seit Jahren finden in Carnuntum Ausgrabungen statt, die auch bei der Landesausstellung voriges Jahr für Furore sorgten. Besonders die von diesem Institut in Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich entdeckte Gladiatorenschule in Carnuntum erregte international großes Aufsehen. „Carnuntum ist die größte und bedeutendste archäologische Landschaft Mitteleuropas. Die Forschungsergebnisse, die wir dort erzielen, sollen sowohl in Forschung und Lehre genutzt als auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden“, so der Landeshauptmann.

„Es wird sicher noch  Überraschungen geben!“

Laut dem Carnuntiner Chefarchäologen Mag. Franz Humer harren noch jede Menge historische Schätze ihrer Entdeckung: „Am Beispiel der Gladiatorenschule war zu sehen, welche bedeutsamen Baureste auch auf zunächst wenig versprechenden Flächen zu finden sind. Da wird es sicher noch sensationelle Überraschungen geben!“ Untersucht werden sollen laut Humer sukzessive alle Bereiche der antiken Stadt, denn sowohl für den Schutz der Kulturgüter als auch für die Raum- und Entwicklungsplanung ist die genaue Lokalisierung der unter der Erde befindlichen Gebäudestrukturen von großer Bedeutung.

Technik soll weiter  verfeinert werden

Die für die Durchführung einer solchen großflächigen Untersuchung notwendige Technik soll während des Projektes „Arch Pro Carnuntum“ immer weiter verfeinert werden. Ziel des Projektes ist es, durch den Einsatz zerstörungsfreier archäologischer Erfassungsmethoden eine Gesamtprospektion zu erarbeiten. Dadurch soll die Erforschung und touristische Nutzung Carnuntums auf eine solide wissenschaftliche Basis gestellt werden.