Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:17

von Susanne Müller

Casino-Pläne: Bruck bleibt zuversichtlich. Novomatic hat sich beim bisherigen Konkurrenten Casinos Austria eingekauft. Zukunft des Brucker Projekts ungewiss.

In Sachen Casino-Pläne für Bruck haben sich in der Vorwoche die Vorzeichen geändert. Dem Gumpoldskirchner Glücksspielkonzern Novomatic war ja ursprünglich die Casino-Lizenz für sein Brucker Projekt zugesprochen worden. Nachdem Konkurrent Casinos Austria die Vergabe beeinsprucht hatte, wurde die Lizenzvergabe vom Bundesverwaltungsgericht aufgehoben (die NÖN berichtete).

Nun hat sich die Sachlage grundsätzlich verändert, denn Novomatic hat sich bei der Casinos Austria Hauptversammlung in der Vorwoche weitere Anteile am bisher größten Gegenspieler in Österreich gesichert. Somit hält Novomatic durchgerechnet derzeit bei knapp 40 Prozent.
Was das nun für Bruck bedeutet, ist noch völlig ungewiss.

„Noch zu früh, darüber nachzudenken“

Ob Novomatic mit den einst unterlegenen Casinos Austria in der neuen Konstellation künftig gemeinsam die beiden Casinos im Wiener Prater und in Bruck/Leitha bauen wird? „Es ist noch zu früh, darüber nachzudenken“, sagt Novomatic-Sprecher Hannes Reichmann gegenüber der NÖN (siehe dazu auch Bericht auf Seite 8 im Landesteil). Schließlich ist die Übernahme der Casinos-Anteile noch nicht durch. Die unterlegenen tschechischen Bieter überlegen rechtliche Schritte. Und auch von der Wettbewerbsbehörde fehlt noch die Zustimmung.

In Bruck ist man dennoch weiterhin zuversichtlich. SP-Bürgermeister Richard Hemmer berichtet von einem persönlichen Gespräch mit Novomatic-Gründer Johann Graf: „Dabei hat er mir bestätigt, dass Novomatic an dem Projekt festhält.“ Was die Lizenz angeht, habe sich auch Novomatic an das Verwaltungsgericht gewendet. „Novomatic hat immerhin das Grundstück in Bruck bereits gekauft und eine Menge Geld für die Projektentwicklung ausgegeben. Das sind alles Argumente, die für Bruck sprechen“, so Hemmer, der aber einräumt, dass die derzeitige Entwicklung „einiges an Varianten und Spekulationen zulässt“.