Erstellt am 25. Dezember 2015, 12:38

von Josef Rittler

Doku: Gladiatoren erobern Kulturfabrik. Aufsehenerregende Fernsehbilder vermitteln einen realistischen Eindruck vom Leben und Sterben in der römischen Arena.

Die Dokumentation zeigt die Kämpfe in der Übungsarena.  |  NOEN, Interspot

Die Entdeckung der international einzigartigen Gladiatorenschule aus der Römerzeit in Carnuntum war 2011 eine Weltsensation (die NÖN berichtete). Seit 2014 werden das Leben der Kämpfer und die Hintergründe dieses antiken Massenphänomens mit den Mitteln der experimentellen Archäologie präsentiert und an allen Standorten der Römerstadt Carnuntum in Szene gesetzt.

Nun wurde diese beeindruckende Gladiatoren-Geschichte vom ORF, der Interspot Film, Smithsonian, France 5, SBS und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung mit Unterstützung der Fernsehfonds Austria und der niederösterreichischen Filmförderung zu einer sehenswerten „Universum History“-Dokumentation verfilmt, die vergangenen Freitag in der Kulturfabrik Hainburg Premiere feierte: „Stadt der Gladiatoren – Carnuntum“.

Premierengäste begeistert

Die Premierengäste waren begeistert, allen voran Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav (VP): „Der neue Film gibt einen Einblick in den Alltag in der Antike. Damit knüpft er an unsere Anstrengungen an, das ‚alte‘ Carnuntum den Besuchern näherzubringen und damit Geschichte erlebbar zu machen.“

Die Umsetzung lag in den Händen der Regisseure Klaus Feichtenberger und Klaus Steindl. Der Film zeigt Ausbildung und Einsatz der antiken Arenakämpfer und erzählt von deren Lebensbedingungen und den gesellschaftlichen Verhältnissen in Carnuntum zur Römerzeit. Vor der Kamera kamen ausgewählte Stuntspezialisten zum Einsatz, die Gladiatorenkämpfe selbst wurden in der 2014 detailgetreu nachgebauten Trainingsarena in Petronell-Carnuntum gedreht.

Die Beratung durch den wissenschaftlichen Leiter der Römerstadt Carnuntum, Franz Humer, und den deutschen Fachhistoriker Marcus Junkelmann sicherten die historische Authentizität der aufwendigen Darstellung. Parallel dazu schildert die Dokumentation die Forschungsarbeit von Wolfgang Neubauer und dem Team des Ludwig Boltzmann Instituts vom Multisensor-Bodenscan über die erste Interpretation bis zur gezielten Sondiergrabung.