Erstellt am 25. November 2015, 05:23

von Josef Rittler

Dritte Gemeinde ohne Trinkwasser. Keime machen Wasser ungenießbar. Nach Höflein und Stixneusiedl trifft es jetzt Hainburg.

Hainburg verfügt über eine eigene Wasserversorgung (im Bild ein Hochbehälter). Die schädlichen Keime dürften bei Umbauarbeiten ins Wasserversorgungsnetz gelangt sein.  |  NOEN, Foto: Rittler

Die Stadtgemeinde Hainburg wandte sich Mitte vergangener Woche in einer Aussendung an die Bürger: Die Wasserleitung sei nach Befund der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit mit Bakterien belastet und daher das Wasser nicht zum Trinken geeignet. Damit ist Hainburg nach Stixneusiedl und Höflein die dritte Gemeinde im Bezirk, der Derartiges passiert.

„Die Keime, es handelt sich um Enterokokken und coliforme Bakterien, dürften bei Umbauarbeiten in die Leitung gelangt sein“, berichtet VP-Bürgermeister Josef Zeitelhofer. Maßnahmen, um das Leitungswasser genießbar zu machen, seien unverzüglich eingeleitet worden. Mittel der Wahl ist die Zugabe von Chlor, dann werden erneut Proben gezogen. Bis die Leitung wieder keimfrei ist, wird es allerdings zumindest bis Ende dieser Woche dauern.

Wasser mindestens drei Minuten abkochen 

Bis dahin ist Vorsicht geboten, Grund zur Panik besteht allerdings nicht. „Der Gipfel der Gefahr ist jetzt schon überwunden“, sagt Amtsärztin Elisabeth Schütz von der Bezirkshauptmannschaft Bruck.
Gefährlich sei es gewesen, als die Keimbelastung nicht bekannt war. Gesunde Menschen seien ohnedies kaum gefährdet, aufpassen müssten Kleinkinder, Kranke und sehr alte Menschen.

Wichtigste Regel: Das Wasser mindestens drei Minuten lang abkochen und Geschirr und Wäsche bei mindestens 60 Grad waschen. „Ein Gesunder kann durchaus ein Vollbad nehmen und wird nichts Nachteiliges bemerken“, so die Amtsärztin. Sollten dennoch Symptome wie schwerer Durchfall oder Erbrechen auftreten, solle man den Hausarzt konsultieren.

„Der Gipfel der Gefahr ist schon überwunden“
Amtsärztin Elisabeth Schütz

In Höflein und Stixneusiedl kann man das Leitungswasser wieder bedenkenlos genießen, wie eine Untersuchung von Wasserproben durch die Abteilung Wasserhygiene der medizinischen Universität Wien ergeben hat. Auch hier waren Keime entdeckt worden. Das Wasser wurde chloriert. Um sicherzugehen, weil die Reparaturarbeiten an der Wasserleitung in einigen Ortsteilen in Höflein noch andauern, wird dort das Trinkwasser bis Anfang Dezember mit Chlor versetzt. „Die Dosis wurde mittlerweile auf ein Drittel heruntergefahren, sodass es beim Trinken fast nicht mehr merkbar ist,“ so Höfleins Bürgermeister Otto Auer (VP).

Die Hainburger Nachricht hat auch die Bürger in anderen Gemeinden aufgeschreckt. In Bruck hat die Gemeinde rasch Entwarnung gegeben. „Die Wasserversorgung in Bruck und Wilfleinsdorf weist im gesamten Leitungsnetz einwandfreie Qualität auf, dies trifft auch für die gemeindeeigene Quelle in Sommerrein und unseren Wasserlieferanten, die EVN Wasser, zu“, so Bürgermeister Richard Hemmer (SP). Die letzte Prüfung im gemeindeeigenen Netz sei diesbezüglich erst vor Kurzem erfolgt. Der Stadtchef trat für die sozialen Medien auch gleich den Selbstversuch an.

Auch im Hainburger Nachbarort Wolfsthal stellt die Gemeinde fest: „Die Gemeinde Wolfsthal verfügt über eine eigene Trinkwasseranlage und es besteht daher keinerlei Gefahr einer Verunreinigung von außerhalb.“