Erstellt am 10. Dezember 2015, 05:33

von Gerald Burggraf

Enzersdorf: Eltern-Kritik an Fahrplan. Bewohner aus Siedlungsgebieten in Karlsdorf und dem Enzersdorfer Oberort sind verärgert. Denn das Angebot ab 14. Dezember wurde deutlich reduziert.

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Dezember gilt der neue Bus-Fahrplan des Verkehrsverbundes Ost-Region (VOR). Die geplanten Änderungen sorgen für Aufregung in einigen Gemeinde. Etwa in Au und Hof, ganz besonders aber in Enzersdorf, vor allem im Ortsteil Karlsdorf.

Denn die Bewohner von Mitter-, Keller-, Tulpen- und Rosengasse sowie Nelken-, Reisenbach- und Litschausiedlung bezeichnen den neuen Fahrplan als „Farce“. In erster Linie seien dabei die Schüler betroffen, die in Bruck in HAK oder Gymnasium sowie in Schwechat in die Schule gehen. In die Bezirkshauptstadt verlängert sich etwa die Fahrzeit mit dem Bus um 6.20 Uhr von der Bergzeile aus um zehn Minuten gegenüber der aktuellen Dauer.

Längere Fahrten für Schüler

Auch bei der Fahrt nach Hause am Nachmittag müssten die Schüler viel länger fahren. Eine Verbindung direkt in die Karlsdorfer Siedlungen gibt es teilweise gar nicht mehr. „Ein Fußmarsch ist unseren Kindern nicht zumutbar. Wir sprechen hier von 1,7 Kilometern“, betonen die Eltern verärgert.

Um die Kritik zu verdeutlichen, wurde eine Unterschriftenaktion gestartet, bei der bereits 35 Familien mit rund 60 betroffenen Kindern aus den erwähnten Siedlungen teilgenommen haben. Auch die Schulen sagen ihre Unterstützung zu.

„VOR ist auf Kritik nicht eingegangen“

Informiert wurden natürlich auch die Gemeindevertreter, allen voran Bürgermeister Markus Plöchl (VP) und Verkehrsgemeinderat Werner Herbert (FP). Auf NÖN-Anfrage bestätigt der FP-Mandatar die Vorwürfe. „Wir haben bereits bei der Vorstellung der Fahrpläne (Ende September, Anm.) unseren Unmut geäußert. Der VOR ist auf die Kritik aber nicht eingegangen“, unterstreicht Herbert.

Von „positiv geführten Gemeinde-Infogesprächen“ spricht hingegen VOR-Sprecher Jürgen Pogadl. Man habe zudem das ganze Gebiet des Römerlandes Carnuntum geprüft und daran gearbeitet, Anregungen und notwendige Verbesserungen noch in die Fahrpläne einzuarbeiten. Die neuerliche Kritik sowie „die Möglichkeit einer Änderung des Fahrplans wird derzeit geprüft“, lässt Pogadl die Tür für eine mögliche Lösung noch einen Spalt offen.