Erstellt am 05. Februar 2016, 05:18

von Raimund Novak und Gerald Burggraf

Enzersdorf geht ab sofort eigene Wege. 30 Jahre lang funktionierte die Kooperation bei „Essen auf Rädern“ zwischen den Gemeinden Schwadorf, Kleinneusiedl und Enzersdorf. Doch nun geht Letztere eigene Wege.

Jürgen Maschl und Leo Winkler, im Bild mit Gottfried Schnattinger, betonen, dass alles beim Alten bleibt.  |  NOEN, privat
Zur Vorgeschichte: Die Lieferungen der Speisen des Gasthauses Wehofer wurden bisher von einem Gemeindevertreter aus Schwadorf durchgeführt (von Montag bis Freitag), jene am Wochenende vom Gasthaus selbst. Vor einigen Wochen teilte das Gasthaus jedoch mit, dass man sonntags nicht mehr ausfahren werde. Am Samstag sollte sich aber nichts ändern.

Daraufhin lud Schwadorfs Bürgermeister Jürgen Maschl (SP) zu einer Sitzung mit seinen beiden Amtskollegen ein. Dazu kam es aber nie. „Die Antwort aus Enzersdorf blieb aus. Irgendwann kam die Meldung, dass die Gemeinde die Aktion in Eigenregie durchführt“, zeigte sich Maschl von dieser Entscheidung überrascht. „Das ist völlig kurios. Jetzt müssen zwei Gemeindevertreter ausrücken, außerdem muss Enzersdorf neues Essensgeschirr anschaffen.“

Geringe Veränderungen an Abwicklung

An der Abwicklung selbst wird es jetzt nur geringe Veränderungen geben: Das Gasthaus entschied sich, nach Rücksprache mit Maschl und Kleinneusiedls Ortschef Leopold Winkler (SP), die Essenslieferungen für das Wochenende weiterhin durchzuführen. Ab sofort werden aber Sonntagsbestellungen schon am Samstag mitzugestellt.

In Enzersdorf erklärt man den künftigen Alleingang bei der Zustellung unter der Woche mit „rein wirtschaftlichen“ Gründen. „Wir hatten Kosten zwischen 10.000 und 12.000 Euro pro Jahr, als die Zustellung über Schwadorf lief. Wenn wir das selbst machen, sparen wir uns zwei Drittel“, ist VP-Bürgermeister Markus Plöchl überzeugt. Derzeit gibt es acht Bezieher in Enzersdorf-Margarethen, der Höchststand lag bei 15. „Das ist kein großer Aufwand“, betont der Ortschef.

Ins gleiche Horn stößt Enzersdorfs SP-Sozialgemeinderat Helmut Tomek: „Wir haben dafür Kapazitäten.“ Für die Gemeinde sei es die richtige Entscheidung gewesen, denn nun sei man „annähernd kostendeckend“. So könnten die Mahlzeiten auch für unter sechs Euro pro Essen angeboten werden. Denn einige Bezieher müssten ihren Lebensunterhalt mit einer Mindestpension bestreiten, streicht Tomek den sozialen Aspekt heraus.