Erstellt am 17. Februar 2016, 05:24

von Gerald Burggraf und Nicole Frisch

Müllsammelzentrum: Baustart schon 2016?. Enzersdorf und Trautmannsdorf werden Gemeindeeinrichtungen zusammenlegen. Kosten übernimmt GABL.

Trautmannsdorfs Bürgermeister Heinz-Christian Berthold lotet derzeit mögliche Standorte aus (Foto links) - Enzersdorfs Umweltgemeinderat Michael Grill hofft auf einen Baubeginn noch heuer (Foto rechts)  |  NOEN, Fotos: NÖN

Bereits vor Weihnachten gab es erste Gespräche zwischen den beiden Marktgemeinden Trautmannsdorf und Enzersdorf sowie dem Gemeindeverband für Abfallbehandlung Bezirk Bruck (GABL) bezüglich eines gemeinsamen Sammelzentrums (die NÖN berichtete).

Mittlerweile ist die Kooperation zwischen den Gemeinden so gut wie fix. Laut Trautmannsdorfs VP-Bürgermeister Heinz-Christian Berthold befinde man sich derzeit auf der Suche nach geeigneten Grundstücken. Liegenschaftsbesitzer, deren Flächen in Frage kommen, wurden bereits angeschrieben. „Am besten wäre es natürlich, wenn das neue Sammelzentrum zentral an der B10 liegen würde, damit alle denselben Weg haben“, betont Berthold.

Da das Sammelzentrum aus heutiger Sicht zu 100 Prozent auf Trautmannsdorfer Gebiet liegen wird, lässt man in Enzersdorf die Nachbargemeinde einmal sondieren. Umweltgemeinderat Michael Grill (SP) wartet jedoch „täglich auf eine Rückmeldung“. Sollte das Thema Grundstück erledigt sein, könnte es durchaus schnell gehen. Bisher war man von einer Realisierung 2017 ausgegangen, nun scheint aber sogar ein Baubeginn noch heuer möglich. „Das liegt dann am GABL“, so Grill.

Neubau soll bis zu 700.000 Euro kosten

Denn der Brucker Abfallverband wird zu 99 Prozent die gesamten Kosten für den Neubau übernehmen. Zumindest jene für das Sammelzentrum, die GABL-Geschäftsführer Raimund Holcik mit 500.000 bis 700.000 Euro beziffert. Enzersdorf und Trautmannsdorf müssten dann nur für Infrastruktur wie Straße oder Kanal aufkommen.

Allerdings gelte es hier noch den genauen Schlüssel zwischen den Gemeinden auszuarbeiten, wie der Enzersdorfer Grill anmerkt. Sinnvoll ist die Zusammenlegung nicht zuletzt deshalb, weil beide Gemeinden ihre Sammelzentren sanieren müssten und diese Investitionen ungleich höher wären. „Wir sprechen hier von deutlich günstigeren Kosten“, betont der Umweltgemeinderat.

Darüber hinaus soll der gemeinsame Betrieb Kosteneinsparungen durch Synergieeffekte bringen. Trautmannsdorfs Ortschef erwartet sich zudem „eine Besserung für die Bevölkerung“ und weist dabei auf die Öffnungszeiten und die Zufahrt zum Sammelzentrum hin.

Auch für GABL-Geschäftsführer Holcik macht der Neubau Sinn. „Schon allein wegen der strengeren rechtlichen Situation. So sind etwa Sickerbecken von wasserwirtschaftlicher Seite Pflicht. Das hat niemand. Da machen wir es doch lieber einmal gescheit“, unterstreicht er.